Offizielles „Petz-Portal“: NRW-Stadt geht gegen Maßnahmenverweigerer vor

Coronavirus

Im Kampf gegen steigende Infektionszahlen greifen die NRW-Kommunen zu drastischen Maßnahmen. Eine Stadt stellt jetzt ein „Petz-Portal“ online, in dem man Corona-Regelverstöße melden soll.

Essen

, 12.10.2020, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit einem Klick einen Verstoß gegen die Corona-Maßnahmen geregelt. Eine NRW-Stadt hat ein „Petz-Portal“ gegen Maßnahmen-Sünder online gestellt.

Mit einem Klick einen Verstoß gegen die Corona-Maßnahmen geregelt. Eine NRW-Stadt hat ein „Petz-Portal“ gegen Maßnahmen-Sünder online gestellt. © picture alliance/dpa

In der U-Bahn die Maske abzunehmen oder sich nicht an die Sperrstunde zu halten, kann ganz schön teuer werden - wenn man denn erwischt wird. In der Stadt Essen ist diese Gefahr jetzt deutlich höher geworden. Denn die Ruhr-Metropole hat im Zuge der steigenden Infektionswerte in ganz Nordrhein-Westfalen nun ein Portal online gestellt, an dem sich die Gemüter scheiden.

Denn auf der Webseite werden Essener dazu aufgefordert, Verstoße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen direkt der Stadt zu melden. Mithilfe eines Online-Formular kann man auf dem „Petz-Portal“ nicht nur ganz einfach Zeit, Ort und Art des Vergehens melden, selbst ein eifrig aufgenommenes Foto der Tat kann mit einem Klick mit gesendet werden.

Shitstorm als Reaktion auf das „Petz-Portal“

Der Shitstorm gegenüber der Aktion ließ nicht lange auf sich warten. Über die sozialen Netzwerke äußerten viele User ihren Unmut. darüber: Von „DDR-Methoden“ und einem „Aufruf zum Denunziantentum“ wurde auf Facebook gesprochen. Auch die Sorge, dass das Formular dazu genutzt werden könnte, den unliebsamen Nachbarn mal anzuschwärzen, wurde laut.

Letzen Endes sah die Stadt Essen sich gezwungen am Montagnachmittag ein Statement abzugeben. In diesem erklärt sie, dass „das Online-Formular der „Kanalisierung von Informationen dient, die das Ordnungsamt andernfalls telefonisch oder per E-Mail erreichen würden“. Weiter distanziert sich die Ruhr-Metropole von dem Vorwurf jemals „aktiv dazu aufgefordert zu haben, Verstöße zu melden“.

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