Paar entwickelt brutale Gewalt-Szenarien für den Missbrauch einer 11-Jährigen

hzLandgericht Essen

Eine Frau, selbst Mutter, hat die Stieftochter (11) ihres Liebhabers im Internet für brutalen Sex angeboten. Das Paar entwickelte unfassbare Gewaltphantasien. Jetzt stehen beide vor Gericht.

Essen, Recklinghausen, Bottrop

, 20.11.2020, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Anklage ist kaum zu ertragen. Eine Frau aus Recklinghausen soll mit ihrem heimlichen Liebhaber unfassbar brutale Gewaltphantasien entwickelt haben. Dabei ging es um den Missbrauch eines gerade einmal elfjährigen Mädchens.

Seit Freitag müssen sich die 48-Jährige und ihr neun Jahre jüngerer Ex-Partner in Essen vor Gericht verantworten. Die beiden hatten sich über ein Dating-Portal kennengelernt. Beide waren verheiratet, beide hatten Kinder. Er hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits an seiner Stieftochter vergangen – bis hin zu einem ganz besonders schweren Übergriff. Die

Fotos, die er dabei gemacht hat, wurden später im Internet verbreitet.

Verteidiger: „Sie war ihm hörig“

Die zweifache Mutter aus Recklinghausen wusste davon. Trotzdem hat sie den Kontakt nicht sofort wieder abgebrochen. „Sie war ihm hörig“, sagte ihr Verteidiger zum Prozessauftakt. „Sie war seine Sexsklavin und hat alles getan, um ihm zu gefallen.“ Es soll sogar einen Sklavenvertrag gegeben haben.

Vor Gericht hat sie bereits zugegeben, dass sie die elfjährige Stieftochter ihres Liebhabers über das Internet anderen Männern angeboten hat. „Du könntest sie haben“, soll zum Beispiel unter einem pornographischen Foto des Mädchens gestanden habe. Und dass es dabei gefesselt werde. Es sollen sogar schon konkrete Termine vereinbart worden sein. Tatsächlich hat es diese Treffen dann aber nie gegeben.

Angeklagte: „Ich habe das nur für ihn gemacht“

Es sollen alles immer nur Phantasien gewesen sein. „Mich selbst hat das auch nicht erregt“, sagte die Frau aus Recklinghausen den Richtern. „Ich habe das nur für ihn gemacht.“ Sie habe das Mädchen weder gekannt noch jemals getroffen. Doch auch bei ihr waren bei einer Wohnungsdurchsuchung brutalste kinderpornographische Bilder und Videos gefunden worden.

„Da ich mitmache, bin ich nicht besser als Du“, soll sie ihrem Liebhaber einmal geschrieben haben. Um dann aber gleich zu ergänzen, dass sie alles machen werde, was er verlange. Und dass das kleine Mädchen leiden werde.

Ehefrau hat die Fotos entdeckt

Am Ende war es die Ehefrau des 39-Jährigen, die alles entdeckte. Der Angeklagte, der damals in Bottrop wohnte, sich sozial engagierte und auch schon Betriebsratsvorsitzender war, hatte sein Handy mit dem seines Sohnes gekoppelt. So hatte sie Zugriff auf seinen Speicher erhalten, in dem nicht nur hunderte von brutalsten kinderpornographischen Dateien abgelegt waren. Es waren auch die Bilder ihrer Tochter dabei.

Auch der Angeklagte hat zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. „Ihm ist bewusst, wie schrecklich sich die Chat-Einträge für Außenstehende anhören müssen“, sagte seine Verteidigerin. Es sei ihm aber immer nur darum gegangen, sich sexuell zu stimulieren. „Er verabscheut sich dafür.“

Die Anklage lautet unter anderem auf Kindesmissbrauch und auf Verabredung zum Kindesmissbrauch.

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