Kein Waffenschein, aber Personenschutz für Bürgermeister - denn der Politiker ist gefährdet

Nach Klage

Kamp-Lintforts Bürgermeister hat seine Klage auf Erteilung des großen Waffenscheins zurückgenommen. Der SPD-Politiker erhält nun Personenschutz - das Innenministerium sieht gute Gründe dafür.

Düsseldorf/Kamp-Lintfort

17.01.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kein Waffenschein, aber Personenschutz für Bürgermeister - denn der Politiker ist gefährdet

Christoph Landscheidt (SPD), Bürgermeister von Kamp-Lintfort, erhält nun Personenschutz. © picture alliance/dpa

Der Bürgermeister von Kamp-Lintfort, Christoph Landscheidt (SPD), hat wie angekündigt seine Klage auf Erteilung eines Waffenscheins zurückgenommen. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Freitag bestätigt.

Die Klagerücknahme sei am Vormittag eingetroffen. Das Gericht habe das Verfahren daraufhin eingestellt und den Verhandlungstermin am 21. Januar aufgehoben. Zuvor hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mitgeteilt, dass Landscheidt nun doch Personenschutz erhalte.

Gefährdung durch rechte Szene

Eine neue Prüfung habe ergeben, dass er gefährdet sei. Er verspreche sich von seinem Schritt eine Versachlichung der Diskussion, hatte Landscheidt am Donnerstagabend mitgeteilt.

Den großen Waffenschein hatte der Politiker beantragt, um Angriffen aus der rechten Szene gegen sich und seine Familie nicht schutzlos ausgeliefert zu sein. Als der Antrag von der zuständigen Polizeibehörde abgelehnt worden war, hatte Landscheidt, selbst ehemaliger Richter, geklagt.

Landscheidt erhielt Solidaritätsbekundungen quer durch die demokratischen Parteien - und kündigte zugleich an, erneut als Bürgermeister kandidieren zu wollen.

dpa

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