„Pink Panther“-Prozess: Räuber muss lange ins Gefängnis

Prozess

Im Prozess um das Juwelenräuber-Netzwerk „Pink Panther“ ist einer der Räuber in Köln verurteilt worden. Ein Mittäter ist bereits verurteilt worden, ein weiterer ist immer noch unbekannt.

Köln

24.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte (neben seiner Anwältin Pantea Farahzadi) wurde im „Pink Panther“-Prozess zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Der Angeklagte (neben seiner Anwältin Pantea Farahzadi) wurde im „Pink Panther“-Prozess zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. © picture alliance/dpa

Ein mutmaßliches Mitglied des Juwelenräuber-Netzwerks „Pink Panther“ ist am Kölner Landgericht wegen zweifachen schweren Raubes zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter hatten der 47-Jährige und ein mit einer Pumpgun bewaffneter Mittäter im Dezember 2007 ein Juweliergeschäft in der Kölner Innenstadt überfallen.

Im Juni 2008 erfolgte ein weiterer bewaffneter Überfall mit zwei Mittätern auf einen Juwelier in Mülheim an der Ruhr. Laut dem Urteil von Freitag erbeuteten die Täter Luxusuhren im Gesamtwert von rund 1,34 Millionen Euro. Der Montenegriner hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beuteanteil für Drogen, Glücksspiel, Autos und Prostituierte ausgegeben

Laut dem Urteil waren die Täter in beiden Fällen „äußerst planvoll und strukturiert“ vorgegangen. Mit seinem Beuteanteil finanzierte der 47-Jährige einen „hohen Lebensstandard. Das Geld wurde ausgegeben für Drogen und Glücksspiel, aber auch für Autos, Partys, Prostituierte und teure Reisen“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Wegen zwei weiterer Überfälle in Monaco und Frankreich saß der Mann bereits seit elf Jahren im Gefängnis. Im Oktober 2019 war er von Frankreich an Deutschland ausgeliefert worden. Auch in der Schweiz ist noch ein Verfahren gegen den 47-Jährigen anhängig.

Mittäter von Mülheim bereits verurteilt

Der Kölner Mittäter ist weiterhin unbekannt, das gilt auch für einen der Beteiligten an dem Überfall in Mülheim. Der zweite Mittäter von Mülheim war bereits verurteilt worden. Die in den Ermittlungen festgestellte Zugehörigkeit des Mannes zum Räuber-Netzwerk „Pink Panther“ war im Verfahren kein Thema.

Anders als bei Rocker-Clubs oder kriminelle Vereinigungen sehen die Strafverfolgungsbehörden und die internationale Polizeiorganisation „Interpol“ in dem Netzwerk keine straff organisierte Verbrecherorganisation. Vielmehr soll es sich lediglich um einen losen Zusammenschluss von Kriminellen handeln.

dpa

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