Post macht einen Fehler und lässt Drogendealer aus Recklinghausen auffliegen

hzLandgericht Bochum

Ein Fehler der Post hat einen Drogendealer (31) in Recklinghausen auffliegen lassen. Vor Gericht wird ihm eine kleine Dose noch zum größeren Problem, als sein „Drogen-Gemischtwarenhandel“.

Bochum

, 20.11.2019, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Plan eines Rauschgiftdealers aus Recklinghausen sollte so kinderleicht funktionieren wie Online-Shopping: Bestellung per Klick, Lieferung frei Haus. Weil ausgerechnet sein Drogenpaket von der Post fehlgeleitet wurde, ist ein 31-jähriger Drogendealer in Recklinghausen aufgeflogen. Seit Mittwoch steht er in Bochum vor Gericht.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 31-Jährige im Oktober 2018 im „Darknet“, einem besonders verschlüsselten Bereich im Internet, 250 bei seinem eigenen Großhändler sogenannte „LSD-Trips“ bestellt haben. Die Lieferung sollte ganz normal an seine damalige Wohnanschrift in der Recklinghäuser Innenstadt gehen.

Paket wurde an den Absender zurückgeschickt - doch der war falsch

Dann passierte scheinbar aus Sicht des Angeklagten ein fataler Patzer. Denn das LSD-Paket wurde laut Anklage versehentlich dem darauf vermerkten Absender zugestellt. Weil dessen (echte) Daten aber offenbar von dem Versender aus dem Darknet zuvor nur missbraucht worden waren, konnte der Empfänger mit dem Inhalt natürlich nichts anfangen.

Früher oder später landete das LSD-Paket so bei der Polizei, die danach nicht wirklich Mühe hatte, auch auf die Spur des Angeklagten zu kommen. Am 23. Mai 2019 gab es eine Razzia.

Amphetamine, Ecstasy, Kokain, LSD und Marihuana

Dabei wurde bei dem 31-Jährigen in der Wohnung „ein kleiner Gemischtwarenladen“ an Drogen gefunden, so Richter Thorsten Fülber: fast ein halbes Kilo Amphetamine, knapp 450 Ecstasy-Pillen und dazu noch Kleinmengen an Kokain, LSD und Marihuana.

Die wohl größten Schwierigkeiten brachten dem Recklinghäuser, der damals auch sofort festgenommen worden war, aber nicht alleine die Drogen, sondern vielmehr eine Dose Pfefferspray ein, die bei der Durchsuchung in der Küche gefunden worden war.

Mindeststrafe: 5 Jahre Haft

Weil die Staatsanwaltschaft insoweit von bewaffnetem Drogenhandel ausgeht, steht für den Immobilienkaufmann vor der 1. Strafkammer am Bochumer Landgericht jede Menge auf dem Spiel. Denn die Mindeststrafe beträgt im Normalfall fünf Jahre Haft.

Zum Prozessauftakt legte der Angeklagte ein Geständnis ab, beteuerte aber: „Das Pfefferspray gehörte meiner Ex-Freundin.“ Urteil: frühestens am 3. Dezember.

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