Köln: Prozess gegen Siegauen-Vergewaltiger wegen Corona-Gefahr vertagt

Brand in JVA-Zelle

Laut Sachverständigen wäre der mangelnde Sicherheitsabstand unverantwortlich: Deswegen ist der Prozess gegen den sogenannten Siegauen-Vergewaltiger am Dienstag kurzfristig vertagt worden.

Köln

17.03.2020, 12:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Landgericht Köln wird der Prozess gegen den sogenannten Siegauen-Vergewaltiger wegen der Ansteckungsgefahr des Coronavirus vertagt.

Am Landgericht Köln wird der Prozess gegen den sogenannten Siegauen-Vergewaltiger wegen der Ansteckungsgefahr des Coronavirus vertagt. © Marius Becker/dpa

Der Prozess wegen schwerer Brandstiftung gegen den sogenannten Siegauen-Vergewaltiger ist am Dienstag kurzfristig vertagt worden. Der in dem Verfahren als psychiatrischer Sachverständige bestellte Mediziner hielt die Durchführung des Prozesses aufgrund der nicht zu gewährleistenden Sicherheitsabstände zwischen den Verfahrensbeteiligten für unverantwortlich.

Nach kurzer Konsultation mit dem Gericht wurde der Prozess im Saal abgesagt. „Das ist eine späte Entscheidung, aber die treffe ich jetzt“, sagte der Vorsitzende Benjamin Roellenbleck. Angeklagt in dem Verfahren ist ein 33-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Ghana.

Angeklagter soll Feuer in JVA-Zelle in Köln gelegt haben

Der Mann war 2018 vom Landgericht Bonn wegen Vergewaltigung einer jungen Camperin in der Bonner Siegaue zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während seiner Inhaftierung in der JVA Köln soll der Mann im Februar 2018 nachts absichtlich seine Zelle in Brand gesteckt haben.

Dabei sollen ein Bett und ein Tisch in Flammen aufgegangen sein, der Angeklagte erlitt Verbrennungen. Ein JVA-Wachtmeister, der den Brand entdeckte, hatte den 33-Jährigen noch aus der Zelle gezogen. Das Gericht ging am Dienstag davon aus, dass der Prozess nun im Herbst dieses Jahres stattfinden werde.

dpa

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