R-Wert wieder über 1: Rund 738 Neuinfektionen in Deutschland

Coronavirus

Das Robert-Koch-Institut hat 738 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Reproduktionzahl liegt damit erstmals seit Wochen wieder über den kritischen Wert von 1.

Berlin

30.05.2020, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann´.

Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann´. © dpa

Die Zahl der Neuinfektionen verharrt in Deutschland weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 738 Corona-Infektionen binnen eines Tages. Der R-Wert liegt jedoch erstmals seit Wochen wieder über den kritischen Wert von 1. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich 181.196 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Viele Infizierte nach privaten Partys in Göttingen

Immer wieder kommt es zu kleineren Ausbrüchen, die unter anderem auf gemeinsame Feiern oder Gottesdienste zurückgehen. In Göttingen infizierten sich mehrere Menschen bei privaten Feiern mit dem Coronavirus. Wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis mitteilte, sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien, die aus Göttingen und der Umgebung stammen.

Eine genaue Zahl der Infizierten wurde zunächst nicht genannt. „Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich“, hieß es. Unter den Kontaktpersonen seien auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen seien bereits informiert.

Die meisten der bundesweit registrierten Infektionen (67 Prozent) entfallen den RKI-Daten zufolge auf 15- bis 59-Jährige. Insgesamt seien Frauen und Männer annähernd gleich häufig betroffen, unter den Todesfällen seien etwas mehr Männer (55 Prozent) als Frauen (45 Prozent). Die Sterberate liegt dem RKI zufolge bei den erfassten Infektionen derzeit bei 4,7 Prozent. Bei 86 Prozent der gemeldeten Todesfälle waren die Betroffenen 70 Jahre oder älter.

8489 Menschen starben nachweislich am Coronavirus

Bislang starben nach RKI-Angaben 8489 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 39. 164 900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 800 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag bei 1,03 (Datenstand 30.5. 0 Uhr; Vortag: 0,85).

Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel mehr als acht weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 29.5. 0 Uhr) bei 0,85 (Vortag: 0,78). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

RND/dpa

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