Rache für getöteten General: Iran beschießt US-Truppen mit 35 Raketen

Naher Osten

Racheaktion für den getöteten General Soleimani im Iran: Revolutionsgarden haben US-Truppen mit Raketen beschossen. Der direkte Angriff ist eine neue Stufe der Eskalation im nahen Osten.

Teheran

08.01.2020, 07:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rache für getöteten General: Iran beschießt US-Truppen mit 35 Raketen

US-Soldaten sind auf dem Luftwaffenstützpunkt Ain al-Asad im Irak stationiert. © picture alliance/dpa

Der Iran hat aus Vergeltung für die Tötung seines Top-Generals Ghassem Soleimani zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Betroffen seien der Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil, erklärte das US-Verteidigungsministerium in der Nacht zum Mittwoch.

Im Weißen Haus kamen die wichtigsten Minister von US-Präsident Donald Trump zu einer Krisensitzung zusammen. Trump hatte Teheran erst am Dienstag gewarnt: „Falls der Iran irgendetwas macht, was er nicht tun sollte, werden sie die Konsequenzen erleben. Und das sehr stark.“

35 Raketen abgefeuert

Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, bei der „Operation Märtyrer Soleimani“ sei der mit 35 Raketen attackierte Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad „vollständig zerstört“ worden. Der Angriff mit ballistischen Boden-Boden-Raketen auf die „von den Amerikanern besetzte“ Basis sei „in jeder Hinsicht ein voller Erfolg“.

Zwar hatten örtliche schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt werden, die US-Stützpunkte im Irak zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen angegriffen. Ein direkter Angriff aus dem Iran markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Die Revolutionsgarden warnten direkt nach den Attacken den „großen Satan“ USA vor Gegenangriffen. Jede US-Reaktion werde mit einer härteren Reaktion erwidert, teilte die Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte am frühen Mittwoch in einer Presseerklärung mit. Außerdem sollten die Verbündeten der USA wissen, dass auch ihre den Amerikanern zur Verfügung gestellten Stützpunkte Ziel iranischer Angriffe werden könnten, falls von dort aus Angriffe auf den Iran erfolgen sollten, hieß es in der Erklärung weiter. Die USA sollten ihre Truppen abziehen, damit deren Leben nicht gefährdet werde.

Auch deutsche Soldaten stationiert

In Erbil sind auch deutsche Bundeswehr-Soldaten stationiert. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, den Soldaten im Norden gehe es gut. Im Zentralirak sind nach dem jüngsten Abzug keine deutschen Soldaten mehr stationiert.

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad im Westen des Landes seien in der Nacht zum Mittwoch mehrere Raketen eingeschlagen, bestätigten auch irakische Sicherheitskreise der Deutsche Presse-Agentur. Zudem seien auf der Basis Explosionen zu hören gewesen.

Schäden noch unklar - Keine Angaben zu Opfern

Im Irak sind rund 5000 US-Soldaten stationiert, die ein internationales Militärbündnis zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anführen. „Wir arbeiten an ersten Einschätzungen der Schäden“, erklärte das Pentagon nach den Angriffen. Zu möglichen Opfern machte das US-Militär zunächst keine Angaben. „Diese Stützpunkte sind wegen Hinweisen auf geplante Angriffe des iranischen Regimes auf unsere Truppen und Interessen in der Region in hoher Alarmbereitschaft gewesen“, hieß es aus Washington.

Soleimani war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Washington erklärte danach, der Chef der Al-Kuds-Einheiten habe Angriffe auf US-Bürger geplant. Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Er galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern. Im Iran wird er nun als Märtyrer verehrt.

dpa

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