Radio Ruhrpott: Erster Kuss geht über die Bühne – mit Corona-Hygiene

hzMusical startet wieder

Das Castrop-Rauxeler Musical „Radio Ruhrpott“ spielt bald wieder und überträgt die Show ins Autokino. Es wird einen Bühnen-Kuss geben, aber einen hygienischen. Die Proben zeigten, wie das geht.

Castrop-Rauxel

, 12.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verliebt tanzen Petra und Ritchie auf der Bühne umeinander herum, strecken die Arme aus – und küssen sich. Tatsächlich! Aber das ist doch wegen Corona streng verboten!

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Die Crew von "Radio Ruhrpott" stellt sich vor

Das Geheimnis: Kulissenbauer Christoph Kreutzer hat für das Musical „Radio Ruhrpott“ in Castrop-Rauxel mobile Trennwände aus Plexiglas gebaut. So darf der vermutlich erste Theater-Kuss der Corona-Zeit über die Bühne gehen – eine besonders süße Szene.

Die erste Probe von „Radio Ruhrpott“ läuft gut

Der Kuss klappte bei der ersten Theaterprobe am Mittwoch (8.7.) richtig gut. Finden wir auch, sagten die beiden Hauptdarsteller strahlend. Romi Maria Goehlich, eine bekannte Schauspielerin aus Dortmund, und Dimitri Vassiliadis, ein Talent aus Bottrop, geben auf der Bühne ein auch stimmlich tolles Paar ab. Dabei war es ihre erste Probe überhaupt: Vassiliadis hat die Rolle gerade erst übernommen.

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Die große private Musical-Truppe von „Radio Ruhrpott“ will trotz Corona wieder spielen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtoren. Das „Ruhrical“ wird bald im Eventforum Castrop-Rauxel (Stadthalle) zu sehen sein – und zwar am Samstag, 25. Juli, um 20 Uhr und am Sonntag, 26. Juli, um 17 Uhr.

Mix aus Autokino und klassischem Theaterbesuch

Das Besondere: 200 Gäste können mit großen Abständen im Zuschauerraum sitzen. Weitere 100 Autobesitzer können das Ganze auf dem anliegenden Parkplatz ähnlich wie im Autokino sehen.

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„Wie viele Menschen kommen, das ist wie eine Wundertüte“, sagt Christoph Kreutzer, der nicht nur die Bühne gebaut hat, sondern auch als Präsident des Schrebergartenvereins auftritt.

Eine Gage wird wohl keiner der Theatermacher bekommen. „Bei 100 Gästen zum Beispiel wäre das wirtschaftlich gar nicht mehr darstellbar“, erklärt Geschäftsführer Michael Kloßek.

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Nur bis Februar konnte die Gruppe auftreten. Alle gekauften Karten wurden seither auf Oktober umgebucht. „Wir hatten zu dem Zeitpunkt stetig steigende Besucherzahlen“, seufzt Kloßek. Erste Busreisen kamen extra nach Castrop-Rauxel. Eigentlich sollte das Musical zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens werden. Kloßek sagt: „Unsere Entwicklung war gut.“

Internet-Hit gegen die Pandemie

Stattdessen nahmen sie gemeinsam den Hit „Corona schafft uns nicht“ auf, der im Internet 200.000 Mal angeklickt wurde. „‚Radio Ruhrpott‘ ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Regisseur Bernd Böhne

aus Kamen. Er sagt, er sehe der Neuinszenierung mit vier rollenden Plexiglaswänden gelassen entgegen.

Karten fürs Forum (ab 39,90 pro Person) oder fürs Auto (für ein Fahrzeug mit zwei Personen 39,90 Euro) gibt es auf der Webseite des Musicals.
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