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Rathaussturm mit Hindernissen

RAESFELD Rosenmontag. 12 Uhr mittags. Gespannte Erwartung liegt über Raesfeld: Noch ist die letzte Bastion des tierischen Ernstes nicht in Narrenhand. Aber vor den Toren des Rathauses rottet sich bereits das Jecken-Volk zusammen.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 04.02.2008

12.15 Uhr. Die Rathaustür ist flugs verschlossen worden. Aber wie die Posaunen von Jericho mühen sich die Trompeten, Fanfaren und Pauken von Raesfeld mit akustischen Attacken, die Mauern zum Einsturz zu bringen. Und der Schunkelring der Belagerer zieht sich immer enger zusammen.

12.20 Uhr. Offenbar durch einen Geheimgang ist das närrische Spezialkommando der Köpenicker ins Rathaus gelangt. Die Narren durchsuchen alle Räume nach Udo Rößing. Vergeblich! Der listige Bürgermeister hat sich draußen unter die Zuschauer gemischt und beobachtet, wie die Bemühungen, ihn in Jecken-Haft zu nehmen, immer verzweifelter werden.

12.25 Uhr. Hat er sich selbst gestellt? Hat ihn jemand verpetzt? Oder haben die Narren ihn in der Menge entdeckt? Wie auch immer: Bürgermeister Udo Rößing hat sich der Narrenschar ergeben, Arno I. und Gerlinde I. sowie das Kinderprinzenpaar Jan-Niklas I. und Ida I. übernehmen endgültig das Regiment. Ganz Raesfeld ist in Narrenhand!

12.30 Uhr. Bei der Begrüßung durch den neuen Hofmarschall im Rathaus stellt sich heraus, dass noch zahlreiche weitere Würdenträger im Rathaus versammelt sind. Ein besonderer Gruß gilt Silvia Vollmann und Berthold van Oepen, die sich zugunsten eines guten Zwecks bei der Dorstener Zeitung einen Ehrenplatz im Raesfelder Rosenmontagszug ersteigert haben. Groß ist die Freude beim RRC, dass ihr Gast Berthold van Oepen aus Grafenwald sogar selbst zu den Karnevalsprinzen zählt!

12.40 Uhr: Der Bürgermeister von Doetinchem oder, wie er selber sagt, Groß-Wehl, zeigt bei seiner kleiner Ansprache, dass er karnevalistischen Schalk im Nacken hat. So erzählt er von seinen Bemühungen, den Raesfelder Amtskollegen beim Besuch in Holland anlässlich einer Ausstellung in die Geheimnisse abstrakter Kunst einzuweihen: „Bleibt unser Gast aus Raesfeld sinnend stehen und sagt: ,Dieses Bild finde ich wenig abstrakt, ich erkenne sogar eine Landschaft!‘ ,Kein Wunder, Herr Rößing, ist ja auch kein Gemälde – das ist ein Fenster!‘“