Rassismusvorwürfe: Knorr benennt “Zigeunersauce” um

Rassismus

Der Mutterkonzern Unilever regiert auf die Rassismus-Debatte und benennt die "Zigeunersauce" von Knorr um. Für den Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma gibt es aber weitaus größere Probleme.

16.08.2020, 09:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lebensmittelhersteller "Knorr" reagiert auf die Kritik.

Lebensmittelhersteller "Knorr" reagiert auf die Kritik. © picture alliance/dpa

Vor dem Hintergrund der Diskussion über rassistische Namen und Begriffe wird die Zigeunersauce der Marke Knorr umbenannt. "In ein paar Wochen finden Sie diese als "Paprikasauce Ungarische Art" im Regal", teilte der Mutterkonzern Unilever auf Anfrage von "Bild am Sonntag" mit. "Da der Begriff "Zigeunersauce" negativ interpretiert werden kann, haben wir entschieden, unserer Knorr Sauce einen neuen Namen zu geben."

Begriffe wie “Zigeuner” kontextabhängig bewerten

Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma begrüßte die Entscheidung. "Es ist gut, dass Knorr hier auf die Beschwerden offenbar vieler Menschen reagiert", sagte der Vorsitzende Romani Rose dem Blatt. Ihm selbst bereite allerdings der wachsende Antiziganismus in Deutschland und Europa größere Sorgen. "Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dringlichkeit." Viel wichtiger sei es, Begriffe wie "Zigeuner" kontextabhängig zu bewerten, "wenn etwa in Fußballstadien "Zigeuner" oder "Jude" mit offen beleidigender Absicht skandiert wird".

RND/dpa