Reaktivierung von Bahnstrecken: Diese NRW-Kleinstädte sollen wieder ans Schienennetz

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Von der Neubelebung stillgelegter Eisenbahnstrecken sollen viele Kleinstädte in NRW profitieren - im Münsterland und im Ruhrgebiet. Diese Städte könnten ans Schienennetz angebunden werden.

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14.07.2020, 10:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundesweit sollen 291 Städte und Gemeinden mit mehr als 3 Millionen Menschen wieder ans deutsche Schienennetz angebunden werden.

Bundesweit sollen 291 Städte und Gemeinden mit mehr als 3 Millionen Menschen wieder ans deutsche Schienennetz angebunden werden. © picture alliance / dpa

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Allianz pro Schiene haben am Donnerstag (9. Juli) ihre Vorschläge für die Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken in Deutschland aktualisiert und erweitert.

Vor allem Städte in NRW könnten davon profitieren, die momentan noch nicht ans Schienennetz angeschlossen sind. Bundesweit sollen 291 Städte und Gemeinden mit mehr als 3 Millionen Menschen wieder ans deutsche Schienennetz angebunden werden.

Hunderttausende Menschen würden von Reaktivierung profitieren

Rund 70 Prozent der Deutschen leben in Mittel- und Kleinstädten oder in ländlichen Regionen. Die Anbindung ans Schienennetz ist oft dürftig: Züge fahren selten und abends kommt man nicht mehr nach Hause. Das könnte sich künftig ändern.

Ein Blick auf die Reaktivierungsliste verrät, dass in Nordrhein–Westfalen jetzt rund 60 Bahnstrecken zur Wiederbelebung vorgeschlagen werden. Hunderttausende Menschen würden davon profitieren. Über 30 Kleinstädte in NRW – darunter Bergkamen im Ruhrgebiet sowie Stadtlohn und Vreden im Münsterland – haben keinen direkten Zugang zum Personenverkehr. Vor allem für Bergkamen mit seiner Lage am Rande des Ruhrgebiets ist das eher ungewöhnlich. Immerhin haben die Nachbarstädte Kamen, Lünen oder Werne eigene Bahnhöfe.

Eisenbahn soll das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden

„Wenn die Eisenbahn das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden soll, dann müssen wir das ganze Land im Blick haben und nicht nur die Großstädte und Ballungsräume oder den Fernverkehr", sagt Jörgen Boße, Vorsitzender des VDV-Ausschusses für Eisenbahninfrastruktur.

Bereits im vergangenen Jahr wurden laut den Verbänden durch die Reaktivierung bereits stillgelegter Gleise rund 106 Kilometer Bahnstrecke gewonnen. Vor allem kleinere Städte und Regionen seien auf diese Weise wieder ans Schienennetz angeschlossen worden. Bundesweit sei auf sechs Strecken der Personenverkehr wiederaufgenommen worden.

Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bezeichnete die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken als "ein Erfolgsrezept für einen besseren Verkehrsmix in der Zukunft". Damit lasse sich "der jahrzehntelange Rückzug der Schiene aus der Fläche stoppen und umdrehen".

2030 will die Bundesregierung die Fahrgastzahlen verdoppeln

Der VDV und die Allianz pro Schiene zeigen sich optimistisch, dass ihre Pläne zur Realität werden könnte. Zuspruch gebe es nicht nur aus der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch aus der Politik.

Bis 2030 will die Bundesregierung die Fahrgastzahlen im Bahnverkehr sogar verdoppeln. Laut der Allianz pro Schiene könne das nur mit einem "konsequenten Ausbau der Infrastruktur" funktionieren. Dazu gehöre auch, stillgelegte Eisenbahnstrecken wieder zu nutzen und dem "Schrumpfen des Schienennetzes" ein Ende zu bereiten.

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