Reichsbürger bei der Polizei: Beamter in Paderborn suspendiert - 5 weitere Fälle in NRW

Extremismus

Reichsbürger erkennen den Staat nicht an. Ausgerechnet ein Polizist wurde jetzt suspendiert, weil er mit dieser Ideologie sympathisiert. Offenbar ist er nicht der einzige bei der Polizei.

Paderborn

29.11.2019, 11:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Reichsbürger bei der Polizei: Beamter in Paderborn suspendiert - 5 weitere Fälle in NRW

Die Zeitschrift "Deutsche Polizei", die von der Gewerkschaft der Polizei herausgegeben wird, gibt in dieser Ausgabe von 2017 Tipps zum Umgang mit sogenannten Reichsbürgern. Aber auch Polizeibeamte gehören offenbar zu diesen Extremisten. © picture alliance / Jochen Lübke

Ein Streifenpolizist im Kreis Paderborn ist vom Dienst suspendiert worden, weil er im Verdacht steht, mit der Ideologie der sogenannten Reichsbürger zu sympathisieren.

Gegen den 45-jährigen werde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, teilte die Polizei am Freitag mit. Er darf das Polizeigebäude nicht mehr betreten. Die Suspendierung war laut Mitteilung bereits am Mittwoch ausgesprochen worden.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Sie sprechen dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide.

Kollegen hatten den Mann gemeldet

„Extremistische Ideologien haben in den Reihen der Polizei nichts zu suchen“, sagte der Paderborner Landrat Manfred Müller (CDU). Kollegen hatten der Mitteilung zufolge Ende Oktober auffällige Äußerungen des Mannes gemeldet.

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Der 45-Jährige sei daraufhin sofort auf eine Innendienststelle ohne Bürgerkontakt versetzt worden und habe seine Waffe abgeben müssen, hieß es. Nach einer Stellungnahme des Staatsschutzes folgte dann die Suspendierung. Beschwerden aus der Bevölkerung oder Hinweise auf ein strafrechtliches Vergehen habe es aber nicht gegeben.

5 weitere Polizisten unter Verdacht

Nach einem Bericht des „Westfalen-Blatts“ (Freitag) stehen NRW-weit insgesamt fünf Polizisten unter Reichsbürger-Verdacht. Bei den landesweit fünf Disziplinarverfahren wegen „reichsbürgerlicher Aktivitäten“ gegen Polizisten seien zwei der Beamten bereits im Ruhestand, zwei andere vom Dienst suspendiert, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das NRW-Innenministerium.

Bei dem fünften Beamten habe die betreffende Behörde mit ihrer Klage auf Entlassung keinen Erfolg gehabt. Das Disziplinarverfahren werde aber weitergeführt.

dpa

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