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Ringen: VfK bald ohne Halle?

LÜNEN Eine der ältesten Mannschaftssporten der Welt, das Ringen, bangt in der Noch-Hochburg Lünen ums Überleben. "Wo sollen wir hin, wenn die kleine Sporthalle an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule dicht gemacht wird?", fragt Horst Gehse, der seit ewigen Zeiten Geschäftsführer des VfK Lünen-Süd ist.

von Von Bernd Janning

, 19.02.2008
Ringen: VfK bald ohne Halle?

Horst Gehse, Geschäftsführer des VfK Lünen-Süd.

Angedacht ist die Schließung der Halle zum Ende des Jahres. "Aber das sind alles nur Vorschläge, längst noch keine Beschlüsse!", betont Burkhard Körbl von der städtischen Sportverwaltung.

Doch das beruhigt den 73-jährigen Gehse nicht: "Wir als Verein können schon von den Energiekosten her diese Halle nicht übernehmen. Das ginge vielleicht nur für unser Trainingszentrum neben der Halle!", sagt er.

Seit 1980, als aus der ehemaligen Kleinschwimmhalle das VfK-Trainingszentrum wurde, haben die Ringer dort ihre Heimat.

Wohin mit den teuren Matten?

"Wo sollen wir mit unserem Material und insbesondere mit unseren Matten hin?" , fragt sich Gehse. Er hat sich schon in der benachbarten Dreifachhalle an der Dammwiese umgeschaut, aber dort keine Lösung gefunden.

Der Geschäftsführer: "Fuß- und Handballern kann man einen Ball in die Hand drücken und sagen: Spielt woanders. Wir haben drei Matten mit 150 Teilen, zwei mal ein Meter groß, fünf Zentimeter dick, dazu vier große Kampfplanen. Das alles hat einen Wert um die 70.000 Euro!"

Schwierige Nachfolger-Suche

Wäre der VfK ein kleiner Verein, reichte eine Matte. Aber die Süder haben für die Stadt Lünen auch immer als vorbildlicher Ausrichter geworben. Gehse: "Wir haben zwischen 1990 und 2000 jeweils fünf deutsche Meisterschaften für die Sportakrobaten und die Ringer ausgerichtet. Dazu kam die Ringer-Kadetten-Weltmeisterschaft, die allein ein Jahr an Vorbereitung benötigte!"

Damals, so Gehse, profitierten die Ringer auch von Zuschüssen der Stadt. "Heute ist alles anders, schwerer. Ich habe viel erreicht und viel erlebt. Mir ist klar, dass es immer schwieriger wird, einen Nachfolger aufzubauen. Es wird sich niemand jubelnd zur Verfügung stellen, wenn nicht feststeht, in welcher Halle wir trainieren und insbesondere kämpfen können!", fürchtet er.