RKI hält Grenzöffnungen innerhalb Europas für möglich

Coronavirus

Das Robert-Koch-Institut steht Grenzöffnungen im europäischen Rahmen aufgeschlossen gegenüber. Grundsätzlich müsste dafür aber eine Voraussetzung gegeben sein.

Berlin

12.05.2020, 11:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Robert-Koch-Institut hält Grenzöffnungen grundsätzlich für möglich. RKI-Vizepräsident Lars Schaade gab am Dienstag ein Pressebriefing anlässlich des gestiegenen R-Werts.

Das Robert-Koch-Institut hält Grenzöffnungen grundsätzlich für möglich. RKI-Vizepräsident Lars Schaade gab am Dienstag ein Pressebriefing anlässlich des gestiegenen R-Werts. © dpa

Die Fallzahlen von Corona-Erkrankungen in Deutschland werden langsam kleiner, prognostiziert das Robert-Koch-Institut (RKI).

RKI-Vizepräsident Lars Schaade sagte am Dienstag bei einem Pressebriefing, dass jüngste, lokal begrenzte Ausbrüche – etwa in Schlachthöfen – die Reproduktionzahl R in den letzten Tagen leicht angehoben haben. „Wir nähern uns jedoch einer kontinuierlichen Tageskurve, einem Plateau“, so Schaade. „Das ist das Ergebnis von Verhaltensänderungen der Menschen.“ Allerdings müsse man von diesem Plateau herunter, mahnt Schaade. „Wir müssen besser werden.“

Der RKI-Vizepräsident wies darauf hin, dass der R-Wert nicht tagesaktuell ist, sondern das Geschehen nach Rechenmodellen von eineinhalb Wochen zuvor abbildet.

„Die Zahl wird immer schwanken. Solange dies um eins ist, sind das nur statistische Ungenauigkeiten. Je weiter es sich länger in der Nachkommastelle von der 1,1 entfernt, kann es kritisch werden.“

Die Gefahrenlage sei niedriger als vor vier Wochen, so Schaade. „Wenn wir uns vernünftig verhalten, haben wir die Chance, eine zweite Corona-Welle zu vermeiden. Wenn nicht, flammt das Pandemiegeschehen wieder lokal auf und kann streuen“, warnt er.

Voraussetzung ist ein ähnliches Stadium in allen Ländern

Trotz aller Mahnungen hält das RKI Grenzöffnungen innerhalb Europas für möglich. Voraussetzung sei ein ähnliches Corona-Stadium in allen Ländern. „Bei Gleichklang und ähnlicher Situation kann man Grenzöffnungen rechtfertigen“, so Schaade. In Deutschland würden schließlich trotz einiger Corona-Herde auch keine zusätzlichen Grenzen eingezogen.

Grundsätzlich ist die Reproduktionszahl R einer der zentralen Werte zur Beurteilung des Verlaufs einer Infektionswelle. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter in einem bestimmten Zeitraum im Durchschnitt ansteckt. Je niedriger R ist, desto besser.

Zentraler Wert für den Infektionsverlauf

Liegt R unter 1, steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als einen anderen Menschen an – und die Epidemie läuft aus. Liegt R über 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen anderen Menschen an – die Zahl der täglichen Neuinfektionen wird größer.

In den vergangenen Wochen sind nach und nach mehrere Maßnahmen zur Eindämmung von Sars-CoV-2 in den Bundesländern gelockert worden.

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