RKI-Präsident Wieler: „Manche Kliniken können an ihre Grenzen kommen“

Coronavirus

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind erneut gestiegen. Es gibt mehr als 22.600 Neuinfektionen. RKI-Präsident Lothar Wieler warnte: Die Lage sei weiterhin „sehr ernst“.

Berlin

19.11.2020, 12:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), bei der Pressekonferenz zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), bei der Pressekonferenz zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie. © picture alliance/dpa pool

Der Anstieg der Corona-Neuinfektionen reißt nicht ab: Bis Donnerstagmorgen verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) 22.609 neue Fälle. Das sind rund 5000 Fälle mehr als noch am Vortag. Zum Vergleich: Eine Woche zuvor, am 12. November, hatte das RKI noch 21.866 Neuinfektionen gezählt.

„Die Lage ist weiterhin sehr ernst“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin. „Wir sind noch nicht über den Berg.“ Das Infektionsgeschehen in Deutschland scheine sich zwar zu stabilisieren, die Fallzahlen steigen nicht mehr so rasant. „Das ist eine gute Nachricht. Wir wissen aber nicht, ob das schon eine Trendwende ist.“

Mehr als 13.000 Todesfälle registriert

Denn noch seien die Fallzahlen auf einem hohen Niveau, was zur Folge haben könnte, „dass manche Kliniken an ihre Grenzen kommen“. Patienten könnten dann nicht mehr richtig versorgt werden. Die Deutsche Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin zählte am Mittwoch mehr als 3500 Corona-Patienten, die in 1288 Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Jetzt lesen

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich laut RKI mehr als 855.000 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 beziffert die Behörde aktuell mit 13.370 – das sind 251 Fälle mehr als noch am Mittwoch. Schätzungsweise 562.700 Menschen sind inzwischen wieder genesen.

Am Montag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über die derzeitige Corona-Lage in Deutschland beraten sowie ein Zwischenfazit des Teil-Lockdowns gezogen. Statt die Maßnahmen weiter zu verschärfen, appellierten Bund und Länder an die Eigenverantwortung der Bürger. „Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut“, sagte Merkel bei der anschließenden Pressekonferenz. Am Mittwoch, den 25. November, wollen Bund und Länder erneut zusammenkommen.

Jetzt lesen

Schlagworte: