RNA-Impfstoffe gegen Corona: Präzise, aber langwierig in der Entwicklung

Coronavirus

Inzwischen sind viele Projekte angelaufen, die an einem Impfstoff gegen das Coronavirus tüfteln. Einer davon ist der RNA-Impfstoff.

Berlin

29.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zurzeit arbeiten laut WHO-Liste elf Pharmafirmen und Forschungseinrichtungen an einem RNA-Impfstoff gegen Sars-CoV-2.

Zurzeit arbeiten laut WHO-Liste elf Pharmafirmen und Forschungseinrichtungen an einem RNA-Impfstoff gegen Sars-CoV-2. © picture alliance/dpa

Das Coronavirus breitet sich weltweit immer stärker aus. Um es einzudämmen, läuft die Suche nach einem effektiven Impfstoff auf Hochtouren. Binnen kürzester Zeit sind laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) bis jetzt mindestens 101 Impfstoffprojekte angelaufen. Eines davon ist ein sogenannter RNA-Impfstoff, der im Kampf gegen Covid-19 das erste Mal klinisch getestet wird.

RNA-Impfstoffe bestehen laut dem Science Media Centre nicht aus Viruspartikeln, sondern aus der sogenannten Messenger-RNA (mRNA). Diese wird im Labor synthetisiert und enthält eine präzise Bauanleitung für erregerspezifische Antigene, also die für den jeweiligen Erreger typischen Eiweißstoffe, die für die Immunität verantwortlich sind.

Hoffnung für die Pandemiebekämpfung

Für die eigentliche Impfung wird diese mRNA zunächst in Nanopartikel verpackt. Diese Partikel werden dann beispielsweise in einen Muskel gespritzt, wo sie aufgenommen und als Kopiervorlage für die Synthese der ausgewählten Virusantigene dient.

Besonders für die Pandemiebekämpfung wird auf RNA-Impfstoffe große Hoffnung gesetzt. Denn diese können im Vergleich zu konventionellen Impfstoffen schneller und in größeren Mengen hergestellt werden. Zurzeit wollen laut WHO-Liste elf Pharmafirmen und Forschungseinrichtungen RNA-Impfstoffe gegen das Pandemie-Virus Sars-CoV-2 entwickeln.

Bis zur Zulassung könnte Virus mutieren

Der Vorteil von RNA-Impfungen ist, dass sie im Vergleich zu der Methode mit abgeschwächten Viren unschädlich sind. Außerdem könnten RNA-Impfstoffe potenziell auf mehrere Stämme eines Virus ausgerichtet werden, so könnte die Gefahr einer Virusmutation mit berücksichtigt werden.

Das Problem an dem Verfahren ist allerdings, dass die RNA in die Zielzelle gelangen muss. Da die RNA-Struktur sehr instabil ist, könnte der Transport schwierig werden. Da sehr viele Versuchstests für den Impfstoff nötig sind, kann es außerdem einige Zeit dauern, bis der Impfstoff zur Verfügung steht. Eine Gefahr ist, dass das Coronavirus bis dahin zu stark mutiert ist.

RND

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