Das Ruhrgebiet hat das Potenzial zur stärksten deutschen Metropolregion

Regionalverband Ruhr

Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, überschuldete Kommunen - dem Ruhrgebiet geben viele das Attribut Problemregion. Eine Studie zeigt, wo die Region im Vergleich mit anderen die Nase vorne hat.

Bochum

27.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Studie lotet dem Ruhrgebiet Zukunftspotenziale aus - und sieht neben dem Schatten viel Licht.

Eine Studie lotet dem Ruhrgebiet Zukunftspotenziale aus - und sieht neben dem Schatten viel Licht. © picture alliance/dpa

Mit günstigem Wohnraum, einer dichten Forschungs- und Hochschullandschaft und einem hohen Kultur- und Freizeitwert hat das Ruhrgebiet einer Studie zufolge enorme Potenziale. Die derzeitige Ausgangslage erinnere an die Situation in Berlin zu Beginn der 2000er Jahre - und damit an „eine Region, die sich so dynamisch entwickelt hat wie kaum ein andere“.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Ruhr-Forschungsinstituts (Rufis) für Innovations- und Strukturpolitik. Auftraggeber ist der Regionalverband Ruhr.

Unter insgesamt acht analysierten Regionen in Deutschland sei die Metropole Ruhr bei den Mieten - im Schnitt 6,3 Euro pro Quadratmeter - und bei Immobilien-Kaufpreisen - 1796 Euro pro Quadratmeter - am günstigsten. Die Studie vergleicht die Ruhrregion mit Hamburg, München, Berlin/Brandenburg, Frankfurt/Rhein-Main, Rhein-Neckar, Rhein-Region und Stuttgart.

Kultur-, Freizeit- und Erholungsangebot besonders hoch und vielfältig

Die Studierenden-Dichte sei mit 49 Studenten auf 1000 Einwohner die höchste, das Wissenschaftsnetz mit seinen Hochschulen und Forschungseinrichtungen das dichteste. Zudem sei das Kultur-, Freizeit- und Erholungsangebot besonders hoch und vielfältig, hieß es in Bochum.

Das Ruhrgebiet als größter Ballungsraum Deutschlands zählt aber auch zu den ärmsten Regionen bundesweit. Die Industrieregion mit rund 5,8 Millionen Einwohnern sei mit einer Armutsquote von 21,1 Prozent „Problemregion Nummer Eins“ hierzulande, hatte Ende 2019 eine Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ergeben. Zudem kämpft das Ruhrgebiet weiterhin mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit und insgesamt milliardenschwerer Verschuldung vieler Kommunen.

Studie sieht viel Potenzial für das Ruhrgebiet als Metropole

Laut IW und Rufis sind die Chancen trotz anstehender Herausforderungen dennoch positiv zu bewerten. Die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft sei „Grundstein für eine dynamische Entwicklung“. Und schon lange bevor das letzte Stück Steinkohle Ende 2018 gefördert wurde, habe sich das Ruhrgebiet im digitalen Bereich stark aufgestellt - als Standort für IT-Sicherheit, für grüne Technologien oder Künstliche Intelligenz.

In einem zweiten Teil der Studie waren speziell die Chancen von Zukunftsbranchen im Ruhrgebiet in den Fokus gerückt, auch eine Befragung von rund dort ansässigen 500 Unternehmen war eingeflossen.

„Das Ruhrgebiet hat das Potenzial, einer der stärksten deutschen Metropolen der Zukunft zu werden“, bilanzieren die Studienautoren. Viele Unternehmer seien sich der Stärken der Region bewusst und entsprechend optimistisch.

dpa

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