Ausflugsorte überrannt: Mehr Corona-Kontrollen, gesperrte Straßen, Maskenpflicht ausgeweitet

Coronavirus

Ob im Sauerland, Schwarzwald, Harz oder Erzgebirge: Beliebte Ausflugsziele wollen den Ansturm von Tagesausflüglern mit Maßnahmen in den Griff bekommen. Das geht vor allem mit verschärften Maßnahmen.

30.12.2020, 13:53 Uhr / Lesedauer: 3 min
Dicht an dicht stehen Autos auf einem Parkplatz im Taunus am 28. Dezember. Nachdem zahlreiche Menschen auf den Großen Feldberg im Taunus wollten, weil dort frischer Schnee liegt, musste die Polizei wegen Überlastung einige Zufahrtsstraßen sperren

Dicht an dicht stehen Autos auf einem Parkplatz im Taunus am 28. Dezember. Nachdem zahlreiche Menschen auf den Großen Feldberg im Taunus wollten, weil dort frischer Schnee liegt, musste die Polizei wegen Überlastung einige Zufahrtsstraßen sperren © picture alliance/dpa

Ob im Sauerland, im Harz, im Schwarzwald oder im Erzgebirge: Ferien, Schnee und Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass es viele Menschen nach draußen zieht. Der Andrang in den deutschen Wintersportorten ist kurz vor Silvester groß, oftmals zu groß. Die Folge sind überfüllte Parkplätze, kilometerlange Staus und nicht eingehaltene Abstandsregeln.

Immer mehr Politiker, Bürgermeister und die Polizei appellieren daher an potenzielle Besucher, entweder zu Hause zu bleiben oder die besonders beliebten Orte zu meiden. Einige Ausflugsziele setzen sogar neue Corona-Maßnahmen um. Ein Überblick.

Winterberg beschließt „massives Maßnahmenpaket“ gegen Andrang

Nachdem der Wintersportort Winterberg im Sauerland tagelang von Touristen überrannt wurde, zieht die Stadtverwaltung nun harte Konsequenzen. In den vergangenen Tagen seien immer wieder Verstöße etwa gegen die Abstandsregeln festgestellt worden, sagte Stadtsprecherin Tabea Kappen. Mit einem „massiven Maßnahmenpaket“ will der Ort in Nordrhein-Westfalen dem Ansturm von Tagesausflüglern jetzt entgegenwirken.

Unter anderem sollen die Parkplatzkapazitäten erheblich eingeschränkt werden. Dabei soll vermieden werden, dass die Besucher in Wohngebiete ausweichen. Zudem wird die Maskenpflicht auf weitere Gebiete im Stadtgebiet ausgeweitet.

Geplant ist auch eine personelle Verstärkung des Ordnungsamtes, um die Einhaltung der Corona-Regeln besser kontrollieren zu können. Unterstützung soll die Stadt dabei von der Polizei und Sicherheitsdiensten erhalten.

Stadtverwaltung bittet um Mithilfe der Menschen

Vor allem aber hofft die Stadtverwaltung, dass sich möglichst viele Ausflügler gar nicht erst auf den Weg nach Winterberg machen. „Wir appellieren, zu Hause zu bleiben und Kontakte zu reduzieren. Dies dient uns allen, wenn wir möchten, dass wir möglichst bald schon wieder Winter- und Freizeitspaß, Wander- und Bike-Urlaub bei uns in unserer schönen Region erleben möchten“, erklärte Bürgermeister Michael Beckmann (CDU).

Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Webseite auch einen eindringlichen Appell veröffentlicht: „Wir lieben unsere Berge. Ihr auch. Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und zu Menschenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon! Tu dir das doch nicht an. Wir mögen den Trubel – in normalen Zeiten! Aber was ist in Zeiten der Pandemie normal? Rodellifte und Skilifte sind geschlossen. Die Hütten und Toiletten sind geschlossen. In der Stadtmitte sind nur die öffentlichen Toiletten geöffnet. Es gibt keine Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten. Shopping fällt aus und alles, was uns sonst Spaß macht und uns den Tag verschönert, muss im Lockdown geschlossen bleiben. Das ist nicht schön und wir wollen, dass es schnellstens anders wird. Helft mit.“

Feldberg im Schwarzwald für Autos gesperrt

Anfang der Woche hatte es auf dem höchsten Gipfel des Schwarzwaldes geschneit – seither wird der 1493 Meter hohe Feldberg im Taunus von Ausflüglern überrannt. Die Parkplätze reichten nicht aus und die Autos werden kreuz und quer geparkt, sagt Hartmut Müller, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Schmitten, gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“. Das Verkehrschaos sei eine „große Katastrophe“.

Die Stadt zog harte Konsequenzen: Der Feldberg bleibt mehrere Tage für Autofahrer gesperrt, auch an Silvester und Neujahr. Auch die Parkplätze auf dem Feldberggipfel sind nicht nutzbar. Man könne nicht jeden Morgen über eine mögliche Sperrung nachdenken, sondern müsse frühzeitig planen, sagte Müller.

Touristen-Ansturm in der Eifel: „Bitte kommen Sie nicht mehr“

Auch die Eifelgemeinde Hellenthal bittet Besucher, nicht mehr anzureisen. Rund um die Orte Udenbreth und Hollerath waren am Dienstag alle Parkmöglichkeiten belegt, und auch das Parken entlang der Bundesstraße war nicht mehr möglich, berichtet das NRW-Lokalradio Radio Erft. Bürgermeister Westerburg schätzte, dass bis zu 2000 Besucher pro Tag in die Region gekommen sind – fast nur Familien mit Kindern. Am Mittwoch sollen nun zusätzliche Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Einsatz sein, um die Besucher auf die Einhaltung der Corona-Rgeln hinzuweisen.

Die Bürgermeisterin der Stadt Monschau, Silvia Mertens, appellierte an die Menschen: „Das Gebot der Stunde ist für uns alle Kontakte vermeiden. Daher bitte ich Sie inständig, nicht zu uns in die Eifel zu kommen.“

RND

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