Schlagerstar Andrea Jürgens: Hat ein Erbschleicher ihre Kleidung, Fotos und Platten gestohlen?

hzAmtsgericht Recklinghausen

Andreas P. aus Herne behauptet, ein Halbbruder des verstorbenen Schlagerstars Andrea Jürgens zu sein. Die Staatsanwaltschaft glaubt dagegen, dass der 59-Jährige ein Erbschleicher ist.

Recklinghausen

, 06.02.2020, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Streit um das Erbe von Schlagersängerin Andrea Jürgens beschäftigt seit Donnerstag (6.2.) das Amtsgericht in Recklinghausen. Als eine Art Erbschleicher angeklagt ist der mutmaßliche Halbruder der Verstorbenen. Die in Wanne-Eickel geborene Schlagersängerin war vor zweieinhalb Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Laut Anklage hat der vielfach vorbestrafte Betrüger Andreas P. (59) private Gegenstände aus dem Nachlass gestohlen. Mit einer Speichelprobe hofft der Angeklagte jedoch, seine Unschuld zu beweisen.

Private Gegenstände beiseite geschafft

Rund ein Jahr nach dem tragischen Tod des bekannten Kinderstars der 1970er Jahre soll Andreas P. aus dem Wohnhaus von Andrea Jürgens in Recklinghausen zu Unrecht eine Vielzahl von privaten Gegenständen beiseitegeschafft haben. „Um diese für sich zu behalten oder weiterzuverkaufen“, heißt es in der Anklage. Aufgelistet werden unter anderem fehlende Fotoalben, Kinderbücher, Schallplatten, Kleidung, Lohnunterlagen und Ordner.

Als Alleinerbe gilt ein Neffe

Weil die Staatsanwaltschaft bezweifelt, dass der 59-Jährige überhaupt mit Andrea Jürgens verwandt war, hat sie P. wegen besonders schweren Diebstahls angeklagt. „Er behauptete wahrheitswidrig, ihr Halbruder zu sein und gab sich als Erbe aus“, so der Vorwurf. Tatsächlicher Alleinerbe sei aber ein Neffe der Verstorbenen.

Dass er das Wohnhaus des Schlagerstars am 11. September 2018 betreten und die fraglichen Gegenstände mitgenommen hat, will Andreas P. gar nicht bestreiten. Er habe aber keinesfalls stehlen, sondern sich nur um das angeblich verwahrloste Wohnhaus kümmern wollen. „Ich habe immer gesagt, ich bin der letzte Verwandte ersten Grades“, so der 59-Jährige.

Exhumierung des Vaters sollte vermieden werden

Bis auf die Verbüßung mehrjähriger Betrugs-Haftstrafen will der massiv vorbestrafte Herner seine mutmaßliche Halbschwester über die Jahre hinweg auch regelmäßig gesehen haben.

Auch um eine Exhumierung des verstorbenen Vaters von Andrea Jürgens zu vermeiden, wurden noch im Saal zur Klärung der „Halbbruder-Frage“ von Andreas P. und dem Alleinerben Speichelproben genommen. Weil mit einem Ergebnis des Gentests erst in einigen Monaten zu rechnen ist, wurde der Prozess auf unbestimmte Zeit unterbrochen.

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