Schulbus-Tragödie in Thüringen: „Das hat den Einsatzkräften alles abverlangt“

Schulbus stürzt Hang hinunter

Das tragische Busunglück in Thüringen löst große Bestürzung aus. Auch bei den Einsatzkräften vor Ort. Die Opfer stammten zum Teil aus dem nahen Umfeld der Feuerwehrleute.

von Matthias Schwarzer

, 23.01.2020, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schulbus-Tragödie in Thüringen: „Das hat den Einsatzkräften alles abverlangt“

Für die Einsatzkräfte vor Ort war der Einsatz sehr belastend. © picture alliance/dpa

Der schwere Schulbus-Unfall in der Nähe von Eisenach in Thüringen löst große Bestürzung aus. Bei dem Unglück kamen am Donnerstagmorgen zwei Kinder ums Leben, 20 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Auch für die Einsatzkräfte vor Ort war ein Unfall wie dieser keineswegs alltäglich. Das machten die Beteiligten am Vormittag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz deutlich.

Kinder unter Bus eingeklemmt

Der Anblick vor Ort habe den Einsatzkräften „alles abverlangt“, eklärte Einsatzleiter Günther Lierhammer von der Polizei. Für die Helfer der freiwilligen Feuerwehr sei der Einsatz besonders schwer gewesen - die Unfallopfer stammten teilweise aus dem Umwelt der Kolleginnen und Kollegen, so Feuerwehrmann Jens Claus. Die Feuerwehr habe die Leichen der beiden Zweitklässler erst entdeckt, als der Bus mit schwerem Gerät angehoben wurde.

Christian Grebe, diensthabender Einsatzleiter, erklärte, die Situation vor Ort sei bedrückend gewesen. „Die Einsatzkräfte haben Großes geleistet“.

Auch Oberbürgermeisterin Katja Wolf geht der Unfall nahe. „Jeder, der den Einsatzort gesehen hat, steht morgen nicht mehr so auf, wie er gestern ins Bett gegangen ist“, äußerte sie sich zur Tragödie. Sie sei dankbar, dass in einem engen Miteinander sehr schnell das Notwendige getan wurde. Thüringens Innenminister Georg Maier bedankte sich bei allen Einsatzkräften.

Glatteis und schlechte Sicht

Acht Fahrzeuge seien vor Ort gewesen, die Polizei war mit 25 Personen am Unfallort. Der verunglückte Bus war am frühen Morgen von Eisenach auf dem Weg zur rund zwölf Kilometer entfernten Grundschule in Berka. Laut Polizei stürzte das Fahrzeug nahe der Gemeinde von einem Hang hinab in einen Wassergraben. Grund für den Unfall war offenbar das eisglatte Kopfsteinpflaster der Straße und die schlechte Sicht durch Nebel.

Die Insassen des Busses waren laut Polizei zwischen acht und elf Jahre alt, die beiden getöteten Kinder waren beide acht Jahre alt. In der Schule wurde ein Kriseninterventionszentrum eingerichtet. Auch am Freitag sollen Psychologen und Pädagogen die Kinder und Eltern betreuen.

RND/msc