Schwangere bekommt keine Hilfe – Bahn: „Kollegen nicht versichert“

Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn sorgt für den nächsten Aufreger nach dem Eklat um Greta Thunberg. Eine Schaffnerin verweigert einer Schwangeren mit Kinderwagen Hilfe beim Einstieg.

München

13.01.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwangere bekommt keine Hilfe – Bahn: „Kollegen nicht versichert“

Schwanger und mit Kinderwagen – da ist man oft auf Hilfe angewiesen. © picture alliance/dpa

Kurz vor Weihnachten erst gab es Aufregung um die Bahn, weil ein Rollstuhlfahrer nicht mitfahren kann – es gebe „keinen Mobilitätsservice“ war die Argumentation. Dann folgte der Eklat um Greta Thunberg: Die junge Klimaaktivistin postete ein Bild von sich, mit mehreren Koffern im Gang eines Zuges sitzend, ohne Vorwurf gegen die Bahn. Die reagierte prompt und warf der 17-Jährigen vor, doch einen „Sitzplatz in der 1. Klasse“ gehabt zu haben. Es stellte sich heraus, dass sie den später tatsächlich hatte, zuvor aber ein Zug ausgefallen war und sie im Gang saß.

„Wie soll das gehen?“

Und nun kommt der nächste Aufreger: Auf Twitter beschwert sich die schwangere Carina Zimniok, Redakteurin beim „Münchner Merkur“, dass ihr die Schaffnerin nicht beim Einsteigen mit Kinderwagen half.

„Wie soll das gehen, @DB_Bahn, ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein? #RE4028 #München #Nürnberg“, schreibt sie auf der Plattform.

Die Antwort der Bahn folgt prompt: „Hallo, die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen“, twittert die Bahn.

Auf Zimnioks Nachfrage, ob der Passant, der ihr dann geholfen habe, eben Pech gehabt habe, wenn etwas passiert – und ob sie sonst lieber daheim bleiben solle, antwortet das Unternehmen nur: „Ob die Person sich privat versichert hat, weiß ich nicht. Ich kann Ihnen nur mitteilen, dass die Kollegen während ihrer Arbeitszeit dafür nicht versichert sind.“

„Solche Fälle kosten euch eure Seriosität“

Das wirft bei anderen Nutzern die berechtigte Frage auf, warum Bahnmitarbeiter für solche Situationen nicht versichert sind. „Versichert sie doch einfach für genau solche Fälle – wo ist das Problem? Kosten? Solche scheiß Fälle kosten euch eure Seriosität“, schreibt eine Userin.

Eine Andere fragt konstruktiv: „Und was genau ist jetzt der Rat von der DB an Schwangere bzw. Eltern mit Kinderwagen, die mit der DB reisen wollen?“ Eine Antwort darauf bleibt bisher aus.

RND/hsc

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