Schwarze Magie und viele Küsse

Harry Potter und der Halbblutprinz

Ein Mentekel vorneweg macht sich immer gut: Rasende Rauchsäulen, "Tod esser" im Dienste schwarzer Magie, verwüsten am hellichten Tag die Londoner City. Das Böse schläft eben nicht. Obwohl es in den folgenden 150 Minuten ziemlich abtaucht.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 07.07.2009, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwarze Magie und viele Küsse

Professor Slughorn (Jim Broadbent, l.) unterweist Harry (Daniel Radcliffe) in der Kunst, Zaubertränke zu brauen.

Knutschen und Baggern

Wurde im fünften Film verstohlen geschmachtet, so ist Ron Weasley (Rupert Grint) jetzt unter die Knutscher gegangen. Hermine wird  unzweideutig angebaggert, Harry (Daniel Radcliffe) hat mehr als eine Verehrerin.

Bevor der Streifen (Regie: David Yates) komplett zur Seifenoper verunfallt, klopft Voldemorts Schurkenliga an die Tür. Das Haus der Weasleys geht in Flammen auf. Ein Fluch streckt eine Schülerin nieder. Draco verpasst Harry eine blutige Nase. Und Alan Rickmans Severus Snape, der Grenzgänger zwischen Gut und Böse, scheint sich endgültig ins Lager des dunklen Lords zu schlagen...Hochsicherheitstrakt

Hogwarts ist ein Hochsicherheitstrakt, Taschenkontrolle Pflicht. Ein frisches Gesicht unter den Lehrern taucht auf: Die Figur des Horace Slughorn (schön kauzig von Jim Broadbent gespielt) beansprucht viel Raum im Skript. Der Mann nimmt nur Top-Schüler unter seine Fittiche. Solche wie Harry oder Tom Riddle, bevor dieser zum großen Zampano der Schwarzmagier mutierte. Slughorns Erinnerung an Riddle/Voldemort ist in magischen Phiolen konserviert.

Voldemort-Gewisper

Die perfekte Gelegenheit zum potterüblichen Voldemort-Voldemort!-Gewisper, verpackt in Rückblenden: Porträt des Teufels als junger Spund. Seine Sensationsarmut - kaum Duelle, keine Fabelwesen - kaschiert der Film durch Optik und Ausstattung. Die sinistre Gotik von Hogwarts Hallen lenkt davon ab, dass dramaturgisch ein laues Lüftchen weht. - "Potter 6" ist bloß ein Zwischenhappen auf dem Weg zum großen Showdown.

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