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Das Feuer in Ludwigshafen: Akdeniz mahnt zur Ruhe

SCHWERTE „Keine voreiligen Schlüsse ziehen“, mahnt Aynur Akdeniz, Vorsitzende des Ausländerbeirates der Stadt Schwerte, nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen.

von Von Reinhard Schmitz

, 08.02.2008
Das Feuer in Ludwigshafen: Akdeniz mahnt zur Ruhe

Aynur Akdeniz, Vorsitzende des Ausländerbeirates, und ihr Vorgänger Yenal Turan.

Der fürchterliche Tod von neun Landsleuten habe die in Schwerte lebenden Türken zwar alle sehr mitgenommen und bewegt. „Aber alle sind sich einig, dass man da sehr besonnen rangehen muss“, gibt sie die Stimmungslage wieder.Es darf kein Hass entstehen „Mit Verstand“ zu reagieren, ruft auch ihr langjähriger Vorgänger Yenal Turan auf: „Das wird bei uns nicht so hoch gespielt.“ Damit redet er eine Sprache mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. „Zwischen Deutschen und Ausländern darf kein Hass entstehen“, betont Turan, der auf mehr als vier Jahrzehnte friedlichen Zusammenlebens zurückblickt. „Ich glaube nicht, dass eine ausländerfeindliche Tendenz dahintersteht“, erklärt Turan: „Man könnte auch PKK-Leute verdächtigen.“ Ebensogut lasse sich ein technischer Defekt vermuten. Denn er kennt viele Altbauen, in denen beispielsweise noch uralte, zweiadrige Stromkabel verlegt sind. „Wenn es da einmal brennt“, mag er sich nicht ausmalen.Ermittlungen abwarten und keine Angst schüren „Man muss das Ergebnis der Ermittlungen abwarten“, betont auch Aynur Akdeniz. Weil ein Vorpreschen fatale Folgen haben könnte, dürfe man die Angst nicht schüren. Diese sei sehr groß, weil die Übergriffe in Solingen oder Mölln noch nicht vergessen sind. Dazu komme derzeit die wachsende Bewegung gegen den Moscheebau in Nordrhein-Westfalen. Dass Medien in ihrer Heimat bisweilen in reißerischer Art über den Brand berichteten, erklärt sich Aynur Akdeniz mit der frischen Erinnerung an derartige Fälle mit rechtsradikalem Hintergrund: „Die Sensibilität ist deshalb da.“ Wichtig für die Berichterstattung sei aber der Besuch von Ministerpräsident Erdogan in Ludwigshafen gewesen, wo dieser zur Besonneheit aufgerufen hat.Vertrauen ist da „Das Vertrauen in die deutschen Behörden ist da“, spürt Aynur Akdeniz. Außerdem sei die deutsche Bevölkerung doch genauso aufgeschreckt wie die türkische. Dass irgendwo darunter ein Feuerteufel lauern könnte, kann sich Turan nicht vorstellen: „Wer kann so grausam sein, schlafende Menschen zu verbrennen?“

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