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Frühstart der Natur: Krokusse blühen, Störche sind zurück

SCHWERTE Voller Frühlingsgefühle strecken die Krokusse ihre gelben Köpfe aus der wintertristen Krume. Stehlen der eigentlichen Blume des Februars, dem Schneeglöcklichen, schon bunt leuchtend die Schau. Weil die Natur es eilig hat, müssen sich andere umstellen.

von Von Reinhard Schmitz

, 10.02.2008

„Die Vegetation ist drei Wochen früher als sonst“, bestätigt Gerhard Kochs: „Die Schwarzerle stäubt schon.“ So zeitig hat er sie noch nie in sein Beobachtungsbuch eingetragen, seit er vor zehn Jahren ehrenamtlichen Beobachter des Deutschen Wetterdienstes wurde. Täglich stapft er durch sein Villigster Revier, um die Entwicklung der Natur unter die Lupe zu nehmen.

Eine der nächsten „Zeigerpflanzen“, die Kochs zur Wetterstation Lüdenscheid weitermeldet, ist das Salweidenkätzchen. Kurz vor dem Aufplatzen der Knospen stehen die Zweige, die sonst gern als Osterstrauß in die Vase gestellt werden.

Heuschnupfen-Zeit steht bereits bevor

Doch dafür müssen dieses Jahr wohl anderes Grün geschnitten werden, auch wenn das Auferstehungsfest mit dem 23. März eigentlich auf einen superfrühen Termin fällt. „In drei Wochen beginnt dann die Birke zu stäuben“, schätzt Kochs. Was alle freut, die den Winter leid sind, läutet für Heuschnupfen-Geplagte einen Höhepunkt ihrer Leidenszeit ein. „Den ersten Allergiker habe ich schon gehabt“, berichtet Ärztesprecher Dr. Dietmar Hüwel. Bislang habe das feuchte Wetter den Pollenflug gelindert. Doch wenn die Frühblüher aufbrechen, gehe das große Schniefen und Tränen los.

Das Schwächeln des Winters spürt auch die Tierwelt. „Die ersten Störche sind zurück“, staunte Franz-Dieter Neuhaus im Internet. Auch die Kröten hätten in Teilbereichen bereits mit der Wanderung zu ihren Laichplätzen begonnen, weiß der Experte von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz. Am Gehrenbachsee in diesem Jahr unter Lebensgefahr. Denn die Lichtendorfer Straße wird nach Absprache mit dem Ordnungsamtnachts ausnahmesweie nicht für die Kröten gesperrt.

Die Verbindung soll frei bleiben, weil der andere Weg nach Lichtendorf durch den Neubau der Bahnbrücke Römerstraße versperrt ist. Mit Unterstützung der Druckerei Bonacker will Neuhaus aber wenigstens Warnschilder an der Route aufstellen: „Wir möchten auch leben.“

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