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Schwerte hat 17 neue Stolpersteine

SCHWERTE Schlag für Schlag gräbt sich die Spitzhacke in das Pflaster vor dem Rathaus. Granitwürfel, über die einst die braunen Schergen schritten, weichen einem Stolperstein. Er hält die Mahnung an die dunkle Zeit wach.

von Von Reinhard Schmitz

, 04.02.2008

An dem Namen Ilse Rentzing kommt keiner mehr vorbei, der zu Amtsgeschäften, zur Arbeit oder gar zur Hochzeit auf die Rathaustreppe zuschreitet. Nichts Anderes als die Liebe zu einem französischen Kriegsgefangenen wurde der 26-Jährigen zum Verhängnis. Von einem Arbeitskollegen denunziert, steckte man sie in die Arrestzelle des Rathauses, wo sie sich am 28. Mai 1942 erhängte. Erinnerung im Akkord Die Schicksalsdaten von Ilse Renzing und 16 weiteren Mitbürgern, die von den Nazis verfolgten wurden, ließ der Künstler Gunter Demnig am Montag in die Bürgersteige ein. Es grenzte schon an Akkordarbeit, wie der Wahlkölner mit Schaufel, Kelle und Mörteleimer von der Karl-Gerharts-Straße über das Rathaus zur Brückstraße zog. „Wir sind ein eingespieltes Team“, wusste Straßenkontrolleur Andreas Gums, der die dritte Verlegeaktion in der Ruhrstadt tatkräftig unterstützte – damit die Stolpersteine nicht über ihren symbolischen Sinn hinausragen.Schon 14 000 Betonwürfel gelegt Sie reihen sich ein in eine Spur der Erinnerung, die Demnig inzwischen von Holland bis Ungarn gezogen hat. „Die ersten Stolpersteine habe ich 1996 in Berlin-Kreuzberg illegal verlegt“, berichtet er. Mittlerweile mahnen 14  000 Betonwürfel in 301 Gemeinden. Bis 2010 ist im Kalender des Künstlers kein Termin mehr frei.

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