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Gedroht wird nicht

Aufklärung ist seine Aufgabe: Theo Hüser, Landschaftswächter aus Leidenschaft

19.05.2007

Theo Hüser ist Landschaftswächter mit Begeisterung. Und das schon seit zehn Jahren. Wenn er loszieht, gehören Handy, Fotokamera, und Notizblock zu seiner Ausrüstung. «Und ein Fernrohr», ergänzt er. Damit kann er schon mal eine Autonummer von fern erkennen, wenn sich jemand aus dem Staub macht. Dieser «Jemand» könnte ein Zeitgenosse sein, der seinen Abfall in die Natur geworfen oder eine Brücke beschädigt hat. «Vandalismus und wilde Müllentsorgung sind die schlimmsten Probleme, mit denen ich zu tun habe», erklärt Hüser. «Die Leute werfen halbe Autos, Kleiderschränke oder auch gefährliche Schadstoffe in Wald und Flur», klagt der Selmer und nennt vier Extremstellen in seinem Gebiet: Röhrweg, Brentrops Wald, Witthoffs Wald sowie der Bereich Ondruper Weg/Alter Zechenbahndamm. Kleinere Abfallmengen nimmt Hüser selbst mit. Größere Funde meldet er dem Selmer Umweltamt, dass sich darum kümmert. Viele andere Dinge dokumentiert er mit Fotos und meldet sie weiter an die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis. Denn die setzt die ehrenamtlichen Landschaftswächter ein, bildet sie fort und stellt ihnen einen Ausweis samt Plakette zur Verfügung. «Ich bin viel in der Natur unterwegs», betont er. Und er kommt mit vielen Menschen in Kontakt, mit Spaziergängern, Anglern, Reitern, Hundehaltern. Die bittet er, kein Feuer im Wald zu machen, die Picknick-Überreste vom gegrillten Fisch mitzunehmen, nur die erlaubten Reitwege zu benutzen oder ihre Hunde anzuleinen, falls sie die Bodenbrüter stören. «Meistens sind die Leute verständig. Manchmal treffe ich aber auch auf sehr widerborstige Typen. Da ziehe ich mich dann zurück», sagt Hüser. Eine Anzeige stellt er nicht, meldet die Dinge nur an die richtige Stelle weiter. Das gilt auch für größere Veränderungen in der Natur: neu entstandene Teiche, umgeleitete Wasserläufe, verbotene Flächenbrände auf abgeernteten Feldern, auffällige Fische in möglicherweise verseuchten Flüssen. Mit Giftstoffen und Wasseranalysen kennt er sich aus, denn bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2000 war Hüser Laborant auf der Glashütte in Lünen. Auch Brände und Brandursachen sind ihm vertraut; seit vielen Jahren gehört er der Selmer Feuerwehr an. Im extrem trockenen April war er häufig im Wald unterwegs und hat etliche Glasscherben eingesammelt, die bei starker Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas Feuer entfachen können. Zuständig ist Theo Hüser für die Gebiete Ternsche, Ondrup-Westerfelde und Beifang. Über die anderen Außerbereiche der Stadt Selm - das sind Bork, Altenbork, Hassel, Netteberge und Cappenberg - wacht sein Kollege Michael Overhaus. Beide halten engen Kontakt miteinander und tauschen sich aus. «Es ist eine schöne Aufgabe, die ich gerne noch eine Weile weiter machen würde», strahlt Theo Hüser. Im Juni wird er 70. mam

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