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Prämie sorgt für Zündstoff

SELM Für Zündstoff sorgten am Montagabend die Prämien für die Mitarbeiter der Selmer Stadtverwaltung im Ausschuss für Personal und Gleichstellung.

von Von Matthias Münch

, 11.02.2008
Prämie sorgt für Zündstoff

Auch im Selmer Amtshaus werden jetzt Leistungsprämien gezahlt.

Das neue Tarifrecht für den öffentlichen Dienst sieht vor, dass seit 2007 leistungsgerechte Entgelte für die kommunalen Beschäftigten gezahlt werden müssen, zunächst ein Prozent der Jahresgehaltssumme. Viele Kommunen schütteten das Geld nach dem Gießkannenprinzip aus. In Selm wurde aber eine Bewertungskommission aus je zwei Vertretern der Rathausspitze und des Personalrats gebildet, die Kriterien erarbeitete, nach denen unterschiedliche Prämien gezahlt wurden. 39 000 € waren im Jahr 2007 zu verteilen. 90 Prozent der Selmer Beschäftigen bekamen davon etwas ab (wir berichteten). Köster-Lünstroht: Verteilung ungerecht Gleichstellungsbeauftragte Frauke Köster-Lünstroth, die der Kommission mit beratender Stimme angehört, bezeichnete die Selmer Vereinbarung im Grundsatz als gelungen – mit zwei Ausnahmen: 1. Teilzeitbeschäftigte bekommen die Prämie nur anteilig. 2. Die Prämienhöhe ist auch an die Höhe des Lohnes gekoppelt. Wer weniger verdient, bekommt eine geringere Prämie. Beides bezeichnete Köster-Lünstroth als ungerecht. UWG-Fraktionschefin Maria Lipke  zielte mit ihrer Kritik in eine ganz andere Richtung. Sie beklagte, dass sich die Verwaltung für einen relativ geringen Betrag lange Zeit mit sich selbst beschäftigt habe. Diese Kräfte hätte sie besser für die Bürger der Stadt einsetzen sollen. Krusel: System trägt zur Motivation bei CDU-Ratsherr Herbert Krusel meinte dagegen, dass sich die Arbeit der Kommission sehr wohl gelohnt habe. So sei die Basis für ein gerechtes Leistungssystem gelegt worden, das auch zur Motivation der Mitarbeiter beitrage. Auch SPD-Fraktionschef Mario Löhr teilte Maria Lipkes Meinung nicht. Der Bürger habe durch die Arbeit der Kommission keine schlechtere Leistung im Rathaus erhalten. Löhr stellte als Gewerkschafter das Prämiensystem vielmehr generell in Frage: „Ich habe meine Bedenken, wer solche Leistungen überhaupt bewerten kann.“ Engemann: Regelung als Chance begreifen Beigeordnete Sylvia Engemann bat schließlich, die Prämienregelung als Chance zu begreifen. Immerhin hätten sich deshalb schon einige Mitarbeiter nach Qualifizierungsmaßnahmen erkundigt, die man früher dafür nicht gewinnen konnte.

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