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Schulschließungen in Selm

Dramatischer Schülerrückgang erwartet - Neuorganisation notwendig. Eltern und Bürgerinitiative fordern: Wir brauchen mehr Zeit!

24.05.2007

Die unterschiedlichen Auffassungen zur Schulentwicklungsplanung wurden auf der Veranstaltung am Dienstagabend im Gasthaus Knipping, zu der die CDU eingeladen hatte, sehr deutlich. Für die Verwaltung erläuterte Beigeordnete Sylvia Engemann die Pläne. «Es wird ein deutlicher Schülerrückgang prognostiziert, dem wir gerecht werden müssen.» Und es handele sich um tatsächliche Zahlen, nämlich erfasst seien Kinder, die bereits geboren sind. Engemann: «Eine Anpassung unserer Schullandschaft an die Zahlen ist unumgänglich.» Man wolle langfristige Verlässlichkeit bieten und deswegen auch bereits jetzt die Veränderungen einleiten. «Unsere Ziele sind eine wohnortnahe Einschulung und Standorte in allen drei Stadtteilen.» Dies erreiche man mit den Plänen und könne so auch eine weitere Qualitätsverbesserung des Schulangebots erreichen. «Und eine Neuorganisation ist jetzt unumgänglich.» Würden Luther- und Overbergschule bestehen bleiben, käme man nur noch auf eine Auslastung von rund 50 Prozent. Dies gelte auch für die Äckernschule, wenn man den Standort Hasssel nicht schließen würde. Die Beigeordnete verteidigte den vom Rat gefassten Beschluss und man habe auch nichts übers Knie gebrochen. «Wir haben intensiv im Arbeitskreis Schule und in den Ratsgremien die Pläne diskutiert.» Auch die Elternpflegschaften seien einbezogen worden. Unterstützung erhielt die Beigeordnete vom Schulamtsdirektor Hermann Diekneite. «Ich habe durchaus eine gute Außenansicht und kann nur sagen, die Schulentwicklungsplanung in Selm ist vorbildlich.» Die gefassten Beschlüsse seien richtig, um auf die sinkenden Schülerzahlen zu reagieren. Eltern und Vertreter der Bürgerinitiative sahen dies natürlich ganz anders. «Wir verstehen nicht die Eile und möchten einen Aufschub um zwei Jahre», so Dr. Dirk Berendes, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens. Man sollte doch die Eltern entscheiden lassen, denn sie hätten jetzt aufgrund der Auflösung der Schulbezirke die Möglichkeit dazu. «In zwei Jahren wüssten wir dann, welche Schulen angenommen werden.» Er könne nicht verstehen, dass nur fünf Monate nach einer ersten Information schon ein Schließungsbeschluss gefasst worden sei. Viele Diskussionsteilnehmer schlossen sich der Meinung der Bürgerinitiative an und betonten immer wieder, man wolle nur zwei Jahre mehr Zeit, damit die Eltern durch ihre Anmeldungen entscheiden könnten. Auf einen gemeinsamen Nenner kam man erwartungsgemäß nicht, zu weit auseinander sind die Ansichten. Beide Lager nutzten aber den Abend, dem anderen seine Argumente zu erläutern. Und dies geschah erfreulicherweise in einer sehr sachlichen Atmosphäre. Der Rat wird sich am 14. Juni mit dem Bürgerbegehren befassen. Wird es für zulässig befunden und bleibt der Rat bei seinem gefassten Beschluss, haben die Bürger in einem Bürgerentscheid das Wort. HTW

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