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Showdown in der Burg

SELM Bürgermeister Jörg Hußmann bricht mit der CDU und kann sich eine erneute Kandidatur vorstellen. Für Aufregungen sorgten die Äußerungen des Bürgermeisters.

von Von Theo Wolters

, 20.02.2008

Am Donnerstag treffen CDU und Bürgermeister aufeinander, denn um 9 Uhr tagt der Haupt- und Finanzausschuss in der Burg Botzlar.

Die CDU ist zur Zusammenarbeit weiterhin bereit, wie Fraktionsvorsitzender Dieter Kleinwächter und Stadtverbandsvorsitzender Hubert Zumbusch erklären.

"Die CDU ist weiterhin bestrebt, das Beste für unsere Stadt Selm zu erreichen. Daher ist jeder in seiner Funktion aufgefordert, seinen Beitrag für eine gute Zukunft in Selm zu erfüllen", so die Vorsitzenden. Dieses Ziel werde man im Rat und in der Verwaltung nur erreichen können, wenn eine sachliche Zusammenarbeit aller Beteiligten gewährleistet ist. "Dazu ist die CDU bereit."

Nicht immer gleicher Meinung

Die CDU Selm bedauere die Auseinandersetzung aufgrund der Ausführungen des designierten Stadtverbandsvorsitzenden. "Die CDU ist gewillt, weiterhin einen sachlichen und konstruktiven Weg der Zusammenarbeit zu gehen." Trotz der gescheiterten Kandidatur des Bürgermeisters in Greven habe die CDU auch damals die Zusammenarbeit nicht aufgekündigt und gemeinsam an den Aufgaben für die Stadt Selm weitergearbeitet. "Es ist für uns selbstverständlich, dass der Bürgermeister sein Handeln entsprechend dem Gesetz und den Vorschriften ausrichten muss." Dass Politik und Verwaltung dabei nicht immer die gleiche Meinung vertreten, gehöre zu demokratischen Entscheidungsfindungsprozessen.

Kein Grund zur Schadenfreude

 Die SPD hat nach Auffassung ihres Vorsitzenden Mario Löhr keinen Grund zur Schadenfreude angesichts der Entwicklung um den Bürgermeister und die übrigen Verantwortlichen der CDU. "Ganz im Gegenteil, um weiteren Schaden von der Stadt und ihrem Ansehen außerhalb der Stadtgrenzen abzuwenden, sollten die Akteure zu einer sachlichen Arbeit zurückkehren", so der SPD-Chef. Die Stadt könne sich bei allen Problemen, die sie hat, nicht auch noch einen 18 Monate währende gegenseitige Blockadehaltung  zwischen der CDU-Mehrheitsfraktion und Bürgermeister leisten.

Die UWG -Fraktionsvorsitzende Maria Lipke wird deutlicher. "Die CDU hat wieder mal versagt und hat sich das alles selbst zuzuschreiben." Als im Oktober 2006 die Kandidatur von Herrn Hußmann in Greven bekannt geworden sei, habe die UWG die CDU aufgefordert, sofort das Abwahlverfahren einzuleiten, weil die Stadt sich keinen Bürgermeister leisten könne, der nur mit einem halben Fuß in der Stadt stehe.

"Was soll das Jammern?"

"Damals wurde diese Forderung abgelehnt und man verkündete, man wolle keine Abwahl sondern, die Bürgermeisterwahl in Greven abwarten." Aber auch danach sei die CDU nicht konsequent gewesen. "Also was soll das Kaspern, das Gehaue und das Jammern? Die CDU hätte wissen müssen, dass es so kommt und es nicht besser verdient."

Hausgemachte politische Misere

Der FDP -Vorsitzende Thomas Staschat  befürchtet, dass die Selmer Bürger wieder einmal mehr die Leidtragenden dieser hausgemachten politischen Misere werden. "Alle betroffenen Personen, ob Bürgermeister Jörg Hußmann bzw. stellvertretend für die CDU, Michael Zolda, haben in der Vergangenheit eklatante politische Fehler gemacht und tragen somit ihren Teil zu dieser prekären Situation bei."

In der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche zu waschen und dem jeweils anderen die Schuld zuzuschieben, sei aber nicht Stil der FDP. "In dieser speziellen Angelegenheit werden wir deshalb keine weiteren Kommentare abgeben."    

 

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