Sicher mit dem Pedelec unterwegs - Tipps zum Umgang und Kauf

hzPedelecs im Trend

Pedelecs boomen. 2018 wurden in Deutschland fast eine Million E-Bikes verkauft. Mit der Beliebtheit steigt auch die Zahl der Unfälle. Wer sicher unterwegs sein will, sollte sich vorbereiten.

NRW

, 19.06.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pedelecs oder E-Bikes sind mittlerweile aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Laut des Zweirad-Industrie-Verbandes ist die bundesweite Nutzung von Pedelecs in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Waren es 2015 noch 2,5 Millionen, erhöhte sich die Zahl 2018 auf rund 4,5 Millionen von insgesamt 77 Millionen Fahrrädern in deutschen Haushalten.

Laut der Mobilitätstudie 2018 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sind Pedelecs gerade in Mittel- und Kleinstädten weit verbreitet. Senioren sind hier die Trendsetter, besonders auf dem Land. Elf Prozent aller Seniorenhaushalte haben mindestens ein Pedelec, manchmal auch zwei. Laut der Studie wird die Hälfte aller Pedelec-Wege von Menschen ab 60 Jahren zurückgelegt.

Überproportional gestiegen

Leider steigen die Unfallzahlen im Verhältnis zum Absatz der Pedelecs deutlich überproportional. NRW-weit registrierte die Polizei 2018 2155 Unfälle mit Pedelecs, 20 Menschen starben dabei. Im Vergleich: 2017 lag die Zahl der Unfälle bei 1414, 2012 sogar nur bei 308. Experten sehen die Entwicklung mit Sorge. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt im Alter ab, die Geschwindigkeit im Vergleich zum normalen Fahrrad aber zu. Die Beherrschung des Fahrzeugs sei in vielen Fällen nicht gegeben, sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann, Leiter des Berliner Instituts Unfallforschung der Versicherer (UDV). Viele Senioren hätten jahrelang nicht mehr auf dem Fahrrad gesessen und stiegen dann plötzlich aufs Elektrorad. Brockmann empfiehlt die Teilnahme an Sicherheitstrainings, die vielerorts angeboten werden, unter anderem vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der Polizei oder den örtlichen Verkehrswachten.

Wie der Zweirad-Industrie-Verband mitteilte, sind 99,5 Prozent aller verkauften E-Bikes Pedelecs (Pedal Electric Cycles). Sie unterstützen den Fahrer während des Tretens mit einem Elektromotor von maximal 250 Watt, und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Mit ihnen darf man den Fahrradweg benutzen.

Deutlich seltener verkauft werden schnelle E-Bikes oder S-Pedelecs, die maximal 45 km/h schnell unterwegs sind. Versicherung und Helm sind hierbei Pflicht, da sie bereits zu den Kleinkrafträdern gehören. Eine dritte Kategorie sind die E-Bikes, die auch ohne Tret-Unterstützung mit maximal 20 km/h fahren, vergleichbar mit einem Elektro-Mofa. Sie dürfen nicht auf dem Radweg fahren.

Auf gute Bremsen achten

Beim Kauf eines Pedelecs sollte man laut ADFC auf gute, standfeste Bremsen achten. Umsichtig und vorausschauend zu fahren, ist besonders wichtig.

Die Preise für ein Elektrofahrrad reichen von einigen 100 bis zu mehreren 1000 Euro. Unter 1.800 Euro seien in der Regel keine rundum empfehlenswerten Modelle zu finden, so der Fahrrad-Club.

mit dpa

Viele ADFC-Kreis- oder Ortsverbände bieten Sicherheitstrainings an. Außerdem hat der ADFC-Bundesverband umfangreiches Informationsmaterial zu Pedelecs und E-Bikes zusammengestellt, zum Beispiel, was man beim Kauf beachten sollte.