Simon Ebber (28) aus Velen rettet ein Menschenleben

Stammzellenspende

Simon Ebber aus Velen ist ein Lebensretter: Unter den erschwerten Bedingungen der Coronakrise hat der seine Stammzellen gespendet und einem Kranken Menschen Hoffnung gegeben.

Velen

17.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Simon Ebber nach der Spende. Der 28-Jährige freut sich, dass er einem anderen Menschen damit helfen kann.

Simon Ebber nach der Spende. Der 28-Jährige freut sich, dass er einem anderen Menschen damit helfen kann. © DKMS

Simon Ebber (28) aus Velen hat kürzlich Stammzellen gespendet. Dass der Termin der Spende ausgerechnet in die Zeit der Coronakrise fiel, hielt ihn nicht davon ab, zu helfen. Denn auch in Krisenzeiten wollte er mit seiner Spende Hoffnung auf neues Leben schenken.

Im Sommer 2019 hatte sich Simon Ebber bei der DKMS registriert. Er wollte gerne etwas Gutes tun. Lange musste er nicht warten. Die DKMS teilte ihm bereits im November 2019 mit, dass er wahrscheinlich als Spender für einen Patienten in Frage käme.

An Corona war in dieser Zeit noch nicht zu denken. Stattdessen machte sich Simon Gedanken darum, wie eine Spende wohl ablaufen würde, und was auf ihn zukommen könnte.

Verschiebung angeboten

Nach einigen Untersuchungen stand zu Beginn des Jahres fest, dass er als Spender passte. Der Termin für Simons periphere Stammzellspende war auf Ende März angesetzt.

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Nach all den Ereignissen und Einschränkungen, die in Deutschland zwischenzeitlich wegen der Coronakrise vorgenommen worden waren, wurde Simon angeboten, seinen Spendetermin zu verschieben. Doch das kam für ihn nicht in Frage, auch wenn ihm bewusst war, dass er wegen der Spende für etwa zwei Wochen in seinem Beruf ausfallen würde.

Simon arbeitet als Schichtleiter in der Lebensmittelindustrie und dort ist er während der Coronakrise gefragter denn je. Sein Arbeitgeber war trotz der stressigen Situation im Unternehmen damit einverstanden, dass Simon die Spende planmäßig antrat.

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In der Zeit vor der Spende versuchte Simon, besonders gewissenhaft mit sich umzugehen. Er stand außerdem in engem Austausch mit der DKMS. „Klar hat man Angst, während der Coronakrise in eine Klinik zu kommen. Aber letztendlich gehöre ich nicht zur Risikogruppe. Und auf der anderen Seite sitzt ein Patient, der nicht nur jetzt, sondern schon viel länger einen Leidensweg durchmacht,“ sagt Simon.

Spritzentermine vorab

Vier Tage vor der Spende wurden Simon regelmäßig Spritzen verabreicht, welche die Stammzellproduktion erhöhen sollten. „Die DKMS hat sich darum gekümmert, einen Pflegedienst zu organisieren, der mir die Spritzen gab. Trotz der aktuell schwierigen Lage im Pflegebereich, hat die Caritas sofort zugesagt. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt.“

Spende in Köln

Simons Stammzellspende fand in Köln statt. Ursprünglich war dort ein Hotelzimmer für ihn gebucht worden, damit er bereits am Vortag anreisen konnte.

Da das Hotel jedoch wegen der aktuellen Lage schließen musste, plante Simon um, und fuhr am Tag der Spende früh morgens mit dem Auto nach Köln.

Simon ist froh, dass er jemandem helfen konnte. Nach seiner Spende war er noch eine Woche krankgeschrieben und freute sich schon, danach wieder seine Kollegen auf der Arbeit in dieser schwierigen Zeit unterstützen zu können.

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