So will ein Musikfestival im Hafen den Jazz populärer machen

hzJazz im Hafen

Das Cargo:Jazz-Festival feiert seine zweite Auflage am Umschlagplatz und will mit einzigartigem Konzept und bei freiem Eintritt den Jazz populärer machen. Die Kulisse ist einzigartig.

Hafen

, 30.05.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 20. Juli wird sich im Hafen wieder alles um den Jazz drehen. Die Idee hinter dem jungen „Cargo:Jazz-Festival" umfasst wesentlich mehr als das Präsentieren von Live-Jazz.

Die Location am Umschlagplatz mit den beiden Gastronomie-Containern an der Wasserkante und dem Blick auf das Alte Hafenamt mit Industriehafenkulisse war der Auslöser für das Festival. Im Mai 2018 hatte der Dortmunder Jazzpianist Peter H. Köcke die Idee zu diesem Liveformat, und nach nur drei Monaten der Planungen gab es am 11. August 2018 mit fünf Bands die Premiere. „Ich möchte als Musiker den Zugang zum Jazz ermöglichen, der oftmals noch als elitär oder eingestaubt verstanden wird", so Köcke, der an der Folkwang Universität in Essen Jazzklavier studiert. „Der einzige Ort, der mir in der Nordstadt für ein solches Format einfiel, war der Umschlagplatz", erklärt Köcke, der auch in der Nordstadt lebt und seinen Lebensmittelpunkt dort hat.

Ganz besonderes Hafenambiente

Die Mischung aus Hafenflair, Industriekulisse und Blick auf das Containerterminal macht den ganz besonderen Charme des Standorts aus – und war Beweggrund für den Namen des Festivals. Zumal Köcke den Umschlagplatz als Gast und DJ kennt. Denn neben dem Jazzstudium, der Tätigkeit als Klavierlehrer oder als einer der Kuratoren einer jungen Jazzreihe im Domicil legt der 25-Jährige auch noch als DJ House und Techno auf.

Zudem schreibt und komponiert Köcke selber und hat unterschiedliche Formationen, in denen er in verschiedenen Besetzungen als Trio oder Quintett mal Freejazz, mal Groovejazz und mal die eigenen Stücke spielt. „Die Anpassungsfähigkeit des Jazz ist enorm, und mich interessieren dabei auch die Grenzgänge oder Strömungen – wie aktuell die Vermischung des Jazz mit Hip-Hop-Grooves oder die Verschmelzung mit Elektro", so Köcke. Ihm liegen dabei besonders die jungen, facettenreichen Formationen am Herzen. Schon 2018 traten Bands verschiedenster Stilrichtung auf, wobei keiner der Musiker älter als 30 Jahre war. Daran wird er in diesem Jahr anknüpfen.

So will ein Musikfestival im Hafen den Jazz populärer machen

Die Band „Salomea" ist eine der jungen, aufstrebenden Jazzbands bei dem Festival. © Karl F. Degenhardt

Mit der Kölner Band „Bokoya" gibt es Hip-Hop-Grooves während das „Florian Boos Nonett" im Rahmen eines Stipendiums der Dr. Carl Dörken Stiftung Modern-Jazz präsentieren wird. Dazu paaren sich „Big Spider" aus Essen mit Elektro-Hip-Hop-Jazz sowie „Salomea" aus Köln mit einer Mixtur aus Indie, Pop, Elektro, Hip-Hop und Jazz. Abgerundet wird das Lineup mit Matthias Spruch und der „I Gattoni Band" mit zwei Gastmusikern aus Rom und traditionellem Jazz.

Damit ergibt sich wieder eine junge, internationale Bandauswahl, die den Jazz in teils ungewohnten Klängen hören lässt. „Eigentlich war dies damals eine Schnapsidee, aus der das Festival entstand", schmunzelt Köcke. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Einzigartiges Festivalformat

So ist das „Cargo:Jazz-Festival" ein für NRW einzigartiges Format vor einer wundervollen Kulisse mit herausragenden, etablierten sowie aufstrebenden Jazzmusikern. „Die schönsten Moment in meinem Leben habe ich beim Musikmachen und Musikhören - und dies möchte ich gerne mit anderen teilen", resümiert der Musiker.

Bis zum 20. Juli steht ihm noch viel Arbeit bevor. Neben Plakaten, der Werbung, Dekoration und der technischen Produktion sucht Köcke auch noch finanzielle Unterstützung. Denn auch wenn er dies komplett ehrenamtlich macht, so sind ihm doch gute Gagen für die Musiker wichtig.

Der Eintritt für das Cargo:Jazz-Festival am 20. Juli, 15-22 Uhr, am Umschlagplatz, Speicherstraße 6, ist frei.

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