Spahn: Corona-Infizierte sind so jung wie nie

Coronavirus

Weite Teile Deutschlands melden wieder mehr Corona-Neuinfektionen. Gesundheitsminister Spahn erklärt, dass sich vor allem viele Jüngere anstecken. Das hätte auch Konsequenzen für das unmittelbare Umfeld.

Berlin

13.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gesundheitsminister Jens Spahn macht das gesunkene Durchschnittsalter der Neuinfizierten Sorge.

Gesundheitsminister Jens Spahn macht das gesunkene Durchschnittsalter der Neuinfizierten Sorge. © picture alliance/dpa

In Deutschland steigen die Corona-Zahlen wieder. Reiserückkehrer, Schulöffnungen und eine gesteigerte Kontaktfreudigkeit der Deutschen tragen dazu bei. Vielerorts wird gar die „zweite Welle“ beschworen. Gesundheitsminister Jens Spahn macht zudem das gesunkene Durchschnittsalter der Neuinfizierten Sorge. „Wir hatten letzte Woche mit im Schnitt, also Durchschnitt mit 34 Jahren, das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn. Das heißt eben, dass vor allem unter Jüngeren im Moment viele Infektionen stattfinden“, erklärte Spahn im ZDF-“Morgenmagazin“.

Er warnte: „Das heißt trotzdem, sehr, sehr wachsam miteinander zu sein, weil es eben doch dann zu oft auch schwerste Verläufe geben kann und eben auch Todesfälle – wenn wir nicht aufpassen, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit.“ Spahn sagte bereits am Mittwoch dem Deutschlandfunk, mit jeder weiteren Zunahme werde es für die Gesundheitsämter schwieriger. Es gelte, „sehr, sehr wachsam“ zu sein.

Im ZDF zeigte sich der Gesundheitsminister zudem zuversichtlich, dass ein Impfstoff bald einsatzbereit sei: „Wir werden wahrscheinlich so schnell einen Impfstoff haben bei einem neuen Virus wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.“ Er prognostiziere, dass ein wirksamer Impfstoff „in den nächsten Monaten und sicher im nächsten Jahr“ verfügbar sei. Wie lange eine Immunität gegen Covid mit einer Impfung hergestellt werden könne, sei aber noch nicht absehbar.

Wieder mehr als 1000 Neuinfektionen

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. „Dieser Trend ist beunruhigend“, so das RKI. „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.“ Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle. Deutlich zugenommen hat laut RKI allerdings zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests: Waren es in der Woche vom 27. Juli bis 2. August noch knapp 578 000 (übermittelt von 165 Laboren), lag die Zahl in der Woche darauf schon bei mehr als 672 000 (übermittelt von 139 Laboren).

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war danach in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

RND

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