Spahn rechnet vor und warnt: Zahl der Intensivpatienten könnte sich noch im November verdoppeln

Coronavirus

Mehr als 3000 Corona-Patienten sind derzeit in Deutschland auf den Intensivstationen. Gesundheitsminister Jens Spahn hält es für möglich, dass sich der Wert noch im November verdoppeln könnte.

Berlin

11.11.2020, 21:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. © picture alliance/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Verdopplung der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Deutschland noch im November für möglich. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte er, wenn es über längere Zeit täglich 20.000 Neuinfizierte gebe und davon zwei Prozent jeweils rund zwei Wochen lang auf Intensivstationen behandelt werden müssten, dann würden noch im November wahrscheinlich mehr als 6000 Covid-19-Patienten gleichzeitig auf den Intensivstationen sein. Am Mittwoch betrug die Zahl der Patienten auf Intensivstationen 3127.

Spahn sagte weiter, das könnten Ärzte und Pflegekräfte noch leisten – „aber nur unter sehr großem Stress“. Deshalb müssten alle Kräfte in den Krankenhäusern zusammengezogen und Operationen wieder verschoben werden. Personal aus dem OP-Saal müsse zudem auf den Intensivstationen mithelfen, so Spahn.

Gesundheitssystem überfordert, wenn Zahlen weiter steigen

„Höher dürfen die Zahlen nicht steigen“, warnt der Gesundheitsminister. „Falls doch, würden wir absehbar an einen Punkt kommen, an dem das Gesundheitssystem überfordert ist.“

Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut 18.487 Neuinfektionen. Der Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden. Kanzlerin Angela Merkel sagte zudem, sie rechne damit, dass die zweite Welle schlimmer werde als die erste. Sie geht davon aus, dass die zweite Welle uns „noch den ganzen Winter beschäftigen“ wird.

RND

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