Spitzelvorwürfe gegen H&M: Datenschützer leiten Bußgeldverfahren ein

Datenskandal

Die Modekette H&M steht in der Kritik, seit eine umfangreiche Datensammlung von Beschäftigten in einem Nürnberger Servicecenter entdeckt wurde. Jetzt hat sich der Verdacht erhärtet.

Hannover

von Jessica Orlowicz

, 25.01.2020, 16:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spitzelvorwürfe gegen H&M: Datenschützer leiten Bußgeldverfahren ein

Der Verdacht erhärtet sich: Leitende Mitarbeiter der Modekette H&M haben ihre Beschäftigten offenbar unerlaubt bespitzelt und ihre privaten Daten gesammelt. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Vor etwa einem Monat wurde bekannt, dass leitende Mitarbeiter der Modekette H&M ihre Beschäftigten offenbar unerlaubt bespitzelt und ihre privaten Daten gesammelt haben.

Das Unternehmen reagierte darauf, indem es betonte, der zuständige Datenschutzbeauftrage sei informiert und der Vorfall „unverzüglich an die Aufsichtsbehörde für Datenschutz in Hamburg gemeldet worden“. Sie ist wegen des Deutschlandsitzes in der Hansestadt für H&M verantwortlich und sollte überprüfen, ob die gespeicherten Informationen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Verdacht gegen H&M hat sich erhärtet

Nun habe sich der Verdacht gegen das Textilhandelsunternehmen aus Stockholm erhärtet, wie der Landesdatenschutzbeauftragte Johannes Caspar in einem „FAZ“-Bericht erklärt. Der rund 60 Gigabyte große Datensatz habe detaillierte und systematische Aufzeichnungen über Beschäftigte enthalten.

„Es handelt sich dabei auch um Gesundheitsdaten der Betroffenen, von der Blasenschwäche bis zur Krebserkrankung, sowie um Daten von Personen aus deren sozialen Umfeld wie etwa familiäre Streitigkeiten, Todesfälle oder Urlaubserlebnisse“, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Das Ausmaß der umfassenden Ausforschung der Beschäftigten sei so groß, dass es kein vergleichbares Beispiel aus den letzten Jahren gibt. Es sei ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden.