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Wenn Jugendliche sich "ritzen"

20.02.2008

Wenn Jugendliche sich "ritzen"

<p>Bei der Lesung: Daniela Kies (l., Bücherei St. Otger) und Lehrerin Ruth Kreielkamp-Gesing (r., St.-Anna-Realschule) mit der Schriftstellerin Kristina Dunker.</p>

Stadtlohn "Als ich so alt war wie ihr, fuhr ich mit meinen Eltern in den Urlaub, was mir gar nicht gefiel. Daher nutzte ich die Zeit, um meinen Traum von einem richtigen Urlaub mit Freunden und Abenteuern aufzuschreiben. Mehrere Schulhefte schrieb ich voll. Es entstand mein erstes Buch." So beschreibt Kristina Dunker den Beginn ihres Werdegangs zur erfolgreichen Schriftstellerin. Seitdem hat sie zahlreiche Kinder- und Jugendromane verfasst, in denen es um Freundschaft, Liebe, Toleranz, aber auch um Gewalt und Unterdrückung geht.

Die St.-Anna-Realschule und die Öffentliche Bücherei St. Otger in Stadtlohn luden die Autorin ein, damit sie im Rahmen der Projektwoche zur Suchtprävention vor dem 7. und 8. Jahrgang aus ihrem Jugendroman "Schmerzverliebt" liest. Die Geschichte handelt von der15-jährigen Pia, die auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheint. Doch sie hat ein quälendes Geheimnis: Wenn sie unglücklich ist, ritzt sie sich mit einer Rasierklinge, um den seelischen Schmerz über die körperliche Verletzung loszuwerden. Mit "Schmerzverliebt" holte Kristina Dunker das Thema der Autoaggression vor einigen Jahren aus der Tabuzone.

Verlag schwer zu finden

"Anfänglich war es schwer, für den Druck des Buches einen Verlag zu finden. Heute erscheint es bereits in der fünften Auflage", stellte die Autorin fest.

Die selbstverletzende Sucht der Romanfigur Pia animierte die Jugendlichen zu zahlreichen Fragen hinsichtlich der Ursachen, Ausdrucksformen und Therapiemöglichkeiten des "Ritzens" Auch gewährte Kristina Dunker den Schülern einen Einblick in die Arbeit einer Schriftstellerin. Sie erklärte: "Für das Schreiben eines Buches ist umfangreiche Recherche erforderlich. Ich lese Fachliteratur zm Thema und führe Gespräche mit Sachkundigen. Pias Geschichte entstand aus der Betroffenheit eines Bekannten von mir." Abschließend las die Autorin aus ihrer Neuerscheinung "Schwindel", einer Kriminalgeschichte. Schließlich nutzten einige Zuhörerinnen die Gelegenheit und reichten bei dem Gast ein Manuskript zur Durchsicht ein.

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