Star-Fotograf Sam Shaw fängt Hollywoods natürliche Seite ein

Schloss Oberhausen

Marilyn Monroe, Woody Allen, Sophia Loren - so manche Hollywood-Hochkaräter ließen sich von Sam Shaw ins rechte Licht rücken. Dem amerikanischen Star-Fotografen widmet die Ludwig Galerie ab Montag (21.5.) die Ausstellung "Finding the unexpected" mit 230 beeindruckenden Werken. Sein wahres Talent beweist Shaw allerdings abseits von Glanz und Glamour.

OBERHAUSEN

, 18.05.2017, 16:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kuratorin Nina Dunkmann zeigt Elizabeth Taylors Narbe, die sie für Sam Shaws Foto nicht versteckte.

Kuratorin Nina Dunkmann zeigt Elizabeth Taylors Narbe, die sie für Sam Shaws Foto nicht versteckte.

Es ist wohl eines der bekanntesten Fotos aller Zeiten: Die schöne Marilyn Monroe steht auf dem Gitter eines Luftschachts, ihr weißer Plisseerock wirbelt herum und sie hält ihn lustvoll-schüchtern im Zaum.

Das Bild nahm Sam Shaw am Set von "Das verflixte 7. Jahr" in seiner Heimatstadt New York auf. Viele weitere Prominente hielt Sam Shaw in starken Schwarz-Weiß-Aufnahmen fest.

Shaw zeigt Elizabeth Taylor auch mit großer Narbe

Doch auf das "wie" kommt es an. Denn Shaw sah auch bei den Stars immer das Natürliche und nutzte es für seine Bilder. Sophia Loren zeigte er etwa in lasziver Pose mit nicht rasierten Achselhöhlen.

Und auch Elizabeth Taylor, die ihm am Set des Hollywood-Epos "Cleopatra" frech durch die Kamera zuzwinkert, zeigt er mit großer Narbe am Hals. Diese blieb nach einem Luftröhrenschnitt, der ihr das Leben rettete.

Auch ein Boxer hat eine liebevolle Seite

Den Boxer Sugar Ray Robinson lichtet Shaw nicht im Ring, sondern in einem Bett, seine Frau liebevoll umarmend.

In der Ausstellung "Finding the unexpected. Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie" (Das Unerwartete finden) gelingt es der Ludwig Galerie vor allem, Sam Shaws künstlerische Vielseitigkeit zu zeigen.

"Mrs Banks" verdeutlicht starken Bezug zum Menschen

Ein Bereich stellt besonders seinen starken Bezug zum Menschen in den Fokus. Das prägendste Beispiel: "Mrs. Banks". Die afroamerikanische Farmpächterin sitzt auf einem Holzstuhl.

Sie sieht sorgenvoll in die Kamera. Doch zugleich strahlt sie einen enormen Stolz aus, mit dem sie die Sicherheitsnadel, die ihr Kleid hält, trägt wie eine goldene Brosche.

Putzfrau und Katze unterstreichen den Ausstellungstitel

"Auf Reisen" bietet Fotos der New Yorker U-Bahn-Trasse oder eines Kinderwagens im Heu - auch hier erzeugt er eine emotionale Atmosphäre.

Ein Bild unterstreicht den Ausstellungstitel am deutlichsten: eine "Putzfrau in einem Pariser Kino" wischt auf allen Vieren den Boden, hinter ihr schleicht eine Katze heran - in selber Pose. Sicher etwas Unerwartetes, das Shaw gefunden und brillant eingefangen hat.

 

: "Sam Shaw", 21.5. (Eröffnung 19 Uhr) bis 17.9., Konrad-Adenauer-Allee 46, Di-So 11-18 Uhr, Booklet 4 Euro, Katalog 29,80 Euro.