Steht die Siemens-Tochter Flender kurz vor dem Verkauf?

hzWirtschaft

Laut Nachrichtenagenturen soll Siemens zwei Milliarden Euro für den Bocholter Antriebsspezialisten Flender bekommen. Dabei war ursprünglich mal ein Börsengang geplant.

von Ludwig van der Linde

Bocholt

, 26.10.2020, 12:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Anzeichen, dass Siemens seine Tochter Flender verkauft anstatt sie, wie zuvor geplant, an die Börse zu bringen, verdichten sich. Wie jetzt mehrere Nachrichtenagenturen berichten, wird der Bocholter Antriebsspezialist aller Voraussicht nach an einen Finanzinvestor verkauft.

Der ursprünglich angekündigte Börsengang werde immer unwahrscheinlicher, hieß es am Sonntagabend in Finanzkreisen. Bestätigen wollten die Beteiligten den Deal allerdings nicht. „Kein Kommentar“, sagte Flender-Pressesprecher Marcus Wissmeier am Montagmorgen.

Finanzinvestor Carlyle soll angeblich zwei Millionen Euro zahlen

Nach Informationen der Nachrichtenagenturen Bloomberg steht der Finanzinvestor Carlyle kurz davor, für rund zwei Milliarden Euro den Zuschlag für Flender zu bekommen. Er habe sich gegen den verbliebenen kanadischen Mitbewerber Brookfield Asset Management durchgesetzt.

Jetzt lesen

Nach eigenen Angaben ist die Carlyle-Group, die ihren Sitz in Washington (USA) hat, eine der größten privaten Beteiligungsgesellschaften weltweit. Die Entscheidung über den möglichen Verkauf soll nach Informationen des Handelsblatts spätestens auf der Aufsichtsratssitzung am 11. November verkündet werden. „Dies könne aber auch schon früher passieren“, schreibt das Wirtschaftsmagazin.

Weiter heißt es, die Grundsatzentscheidung für die Veräußerung sei gefallen, weil der Münchener Technologiekonzern die Gebote für ausreichend hoch erachte, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bei einem Kaufpreis von zwei Milliarden Euro würde Flender laut Finanzkreisen etwa mit dem Neunfachen des operativen Gewinns bewertet.

Lesen Sie jetzt