Steigende Corona-Zahlen: Droht neue Reisewarnung für Kroatien?

Coronavirus

Reisen nach Kroatien sind für Deutsche aktuell uneingeschränkt möglich. Allerdings steigen die täglichen Corona-Neuinfektionen wieder stark. Könnte das Einfluss auf anstehende Reisen haben?

Zagreb

10.07.2020, 15:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vergleichsweise leere Strände in Kroatien während der Corona-Krise.

Vergleichsweise leere Strände in Kroatien während der Corona-Krise. © picture alliance/dpa

Mehrere Balkan-Länder schienen die erste Welle der Corona-Pandemie recht glimpflich überstanden zu haben – doch nach Angaben der Johns-Hopkins-University steigen die Infektionszahlen wieder. Besonders betroffen sind Serbien, Bosnien-Herzegowina und auch das bei Deutschen extrem beliebte Reiseziel Kroatien. Das Covid-19-Infektionsaufkommen war in dem Land über mehrere Wochen niedrig, nimmt seit einigen Tagen allerdings stark zu.

Dort gibt es seit dem 25. Juni 1028 bestätigte neue Fälle (Stand: 10. Juli 2020) – das sind gut 30 Prozent aller gemeldeten 3416 Coronavirus-Infektionen in dem Land. Am 3. Juli berichteten Medien gar vom „schlimmsten Tag in der gesamten Corona-Zeit“ in Kroatien – mit 96 bestätigten neuen Infektionen und zwei Todesfällen. Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es so viele Neuinfektionen nur noch am 1. April.

Regionale Corona-Schwerpunkte in Kroatien

Regionale Schwerpunkte sind nach Informationen des Auswärtigen Amtes die Hauptstadt Zagreb sowie das Umland, Slawonien und die Gespanschaft Split-Dalmatien. Die beliebte Urlaubsregion Istrien ist weit weniger betroffen.

Die Reisewarnung für Kroatien wurde am 15. Juni aufgehoben, Außenminister Heiko Maas hatte mehrfach betont, dass ein Reisehinweis jederzeit wieder in eine Reisewarnung umgewandelt werden könne, sollte sich die Lage in einem Land deutlich verschlechtern.

Auswärtiges Amt beobachtet Infektionsgeschehen „sehr aufmerksam“

Könnten die steigenden Zahlen nun Auswirkungen auf anstehende Urlaube haben? Das Auswärtige Amt verfolgt das Infektionsgeschehen in den Balkanstaaten nach eigenen Angaben sehr aufmerksam.

Ein Sprecher von Außenminister Heiko Maas (SPD) verwies am Freitag auf das Kriterium der „Sieben-Tage-Inzidenz“ für eine mögliche Umwandlung der für die EU-Staaten der Region geltenden Reisehinweise in eine Reisewarnung. Dafür müssten die Infektionszahlen die Zahl von 50 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschreiten. „Die Schwelle ist bei Kroatien, Rumänien und Bulgarien derzeit nicht überschritten“, sagte der Sprecher. Für die Nicht-EU-Staaten der Region wie etwa Serbien gelte die Reisewarnung weiterhin.

RND

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