Sternenspuren: Bocholter ist Bestatter fürs geliebte Haustier

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Vom letzten Pfotenabruck bis zur Einäscherung: Der Bocholter Jannis Exslager begleitet Menschen, die ihr Haustier verloren haben. Als Dienstleister kümmert er sich um die Tierbestattung.

von Sabine Hecker

Bocholt

, 29.08.2020, 21:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der Labrador seiner Familie starb, kam Jannis Exslager auf das Thema. Als Auszubildender in einem Bestattungshaus habe er den Familienhund natürlich selbst zum Tierkrematorium gebracht, berichtet der 21-Jährige. Inzwischen hat er sich mit der „Tierbestattung Sternenspuren“ selbstständig gemacht hat.

Was uns damals nicht so gefallen hat, war die Begleitung“, sagt Exslager. Man habe ihm ein Klemmbrett in die Hand gedrückt und zum Ausfüllen der Formulare mit dem Hund allein gelassen.

So etwas müsse nicht sein, findet der Bocholter. Da sei die Idee entstanden, sich neben der Ausbildung selbstständig zu machen. Exslager gründete sein eigenes kleines Unternehmen: die „Tierbestattung Sternenspuren“, die er neben der Ausbildung betreibt. Seit Anfang des Jahres begleitet er Menschen, die ihr geliebtes Haustier verloren haben.

Erinnerungsfotos und Pfotenabdrücke

„Ich bin Dienstleister“, sagt er. Er holt die Tiere ab, bringt sie zum Tierkrematorium nach Wesel und holt auf Wunsch der Besitzer die Asche wieder ab. Er organisiert die Einäscherung, kümmert sich auf Wunsch um eine Urne, macht Erinnerungsfotos oder Pfotenabdrücke mit Bilderrahmen.

Wenn der Mensch es möchte, meldet Exslager auch einen Hund bei der Stadt ab oder die Katze beim Haustierzentralregister. Seit diesem Monat hat der Jungunternehmer auch Tierbestattungen auf einem Tierfriedhof in den Niederlanden im Angebot.

Erster Tierbestatter im Kreis Borken

Jannis Exslager ist der Erste im Kreis Borken, der diesen Service anbietet. Er ist überzeugt, dass ein solches Angebot hier bislang fehlte. Die Tiere seien Teil der Familie und bei den meisten Leuten sei die Trauer groß, wenn ihr Hund oder ihre Katze sterbe. Viele, so seine Erfahrung, wünschten sich Hilfe. Die will Exslager mit seinem Unternehmen bieten. Sein Ziel sei es, seinen Kunden so viel wie möglich abzunehmen.

Auf Wunsch hole er die Tiere beim Tierarzt oder bei den Besitzern ab, lege sie in ein entsprechend großes Körbchen, decke sie zu und bringe sie zum Tierkrematorium. Die Wünsche der Besitzer seien ganz unterschiedlich. Manche wählten eine Urne für drinnen, andere eine für den Garten und auch die Möglichkeit, dass die Asche auf dem Streufeld des Kleintierkrematoriums verstreut werde.

Asche darf nicht auf öffentlichen Flächen verstreut werden

Er müsse seine Kunden immer darauf hinweisen, dass es zwar erlaubt sei, die Asche auf dem eigenen Grundstück zu verstreuen, nicht aber auf öffentlichen Flächen wie im Stadtwald oder am Aasee.

Bislang hat Jannis Exslager nur Hunde und Katzen ins Tierkrematorium gebracht. Grundsätzlich sei das aber auch mit Kaninchen, Chinchillas oder Hamstern möglich. Das hänge davon ab, was die Besitzer wollten, auch was sie ausgeben wollten.

200 bis 500 Euro Kosten

Wer einen Hund bestatten lasse, müsse – je nach persönlichen Wünschen – mit Kosten zwischen 200 und 500 Euro rechnen. Nach oben sei die Grenze offen. So gebe es, ähnlich wie bei menschlichen Beerdigungen, auch die Möglichkeit, auf dem Tierfriedhof ein Wahlgrab zu kaufen oder ein Tier anonym beerdigen zu lassen. Selbst Grabsteine seien möglich.

Zu erreichen ist die „Tierbestattung Sternenspuren“ rund um die Uhr, sagt Exslager – nachts und am Wochenende fielen allerdings Zuschläge an.

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