Studie: Diese Risikofaktoren begünstigen einen tödlichen Covid-19-Verlauf

Coronavirus-Studie

Britische Forscher haben rund 17 Millionen Patientendaten analysiert. Sie wollten Risikofaktoren bestimmen, die beeinflussen, ob ein Corona-Patient stirbt. Sechs Faktoren wurden ermittelt.

London

09.07.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) sind bisher weltweit mehr als 550.000 Menschen an einer Sars-CoV-2-Infektion verstorben. (Symbolbild)

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) sind bisher weltweit mehr als 550.000 Menschen an einer Sars-CoV-2-Infektion verstorben. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Es ist die bisher größte Kohortenstudie im Zusammenhang mit Covid-19, die Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine und der University of Oxford jetzt durchgeführt haben. Mithilfe der Daten von rund 17 Millionen Menschen in Großbritannien haben sie Risikofaktoren untersucht, die beeinflussen, ob ein Corona-Patient an der Infektion stirbt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Die sechs häufigsten Einflussfaktoren

Von den rund 17 Millionen Erwachsenen, deren Daten für die Studie herangezogen wurden, waren knapp 11.000 an einer Corona-Infektion verstorben. Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind maßgebende Faktoren:

  • männliches Geschlecht,
  • höheres Alter,
  • Armut beziehungsweise ein niedriger sozioökonomischer Status,
  • Vorerkrankungen wie Diabetes und schweres Asthma,
  • starkes Übergewicht (Body-Mass-Index: >35).
  • People of Color haben ein höheres Risiko an Covid-19 zu sterben.

Daten der CDC: Schwarze anfälliger für schwere Covid-19-Erkrankungen

In ihrer Studie kommen die britischen Forscher zu dem Schluss, dass ein besonderer Augenmerk darauf gelegt werden müsse, wieso mehr Schwarze unter den Corona-Opfern sind: „Die zugrundeliegenden Ursachen für ein höheres Risiko für Covid-19-bedingte Todesfälle bei Personen mit nichtweißem Hintergrund und aus benachteiligten Gebieten müssen weiter erforscht werden.“

Anhand der Daten der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC lässt sich das gleiche Muster ablesen: Die New York Times kam nach einer Auswertung zu dem Schluss, dass Schwarze und hispanische US-Amerikaner ein deutlich höheres Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung haben. Die Gefahr, dass sie an einer Covid-19-Infektion sterben sei sogar doppelt so hoch wie bei Weißen.

Langzeitschäden noch ungeklärt

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) sind bisher weltweit mehr als 550.000 Menschen an einer Sars-CoV-2-Infektion verstorben. Die meisten Toten verzeichnen die USA, gefolgt von Brasilien und Großbritannien.

Mehr als zwölf Millionen Menschen weltweit haben sich bereits mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert. Die Zahl der Genesenen beziffert die JHU auf mehr als 6,6 Millionen.

Zwar sind bereits einige Risikofaktoren einer Covid-19-Infektion bekannt, weiterhin unklar bleibt jedoch, welche Langzeitschäden das Virus im Körper verursacht. Weil sich die britische Studie nur auf Corona-Todesfälle bezieht, lassen sich dazu keine Aussagen treffen.

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