Studie: Hier infizieren sich die Deutschen mit dem Coronavirus

Coronavirus

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts hat untersucht, wo sich die Menschen am häufigsten mit dem Coronavirus infizieren. Doch nicht die öffentlichen Orte machen das höchste Risiko aus.

22.08.2020, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Studie des Robert-Koch-Instituts gab auch darüber Aufschluss, wie viele Menschen sich im Freien anstecken.

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts gab auch darüber Aufschluss, wie viele Menschen sich im Freien anstecken. © picture alliance/dpa

Die Corona-Infektionszahlen steigen momentan wieder rasant an. Zum ersten Mal seit April wurden am Samstagmorgen mehr als 2000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Viele der Infizierten sind Reiserückkehrer, aber wo genau infizieren sich auf einmal wieder so viele Menschen? Das hat das Robert-Koch-Institut in einer Studie untersucht.

Infektionsquelle kann nicht immer ermittelt werden

Für die Untersuchung hat das RKI ermittelte Daten der Gesundheitsämter unter bestimmten Gesichtspunkten ausgewertet. In dem Bericht wurden nur laborbestätigte Covid-19-Fälle berücksichtigt, die bis zum 11. August an das RKI übermittelt wurden.

Eine eindeutige Ermittlung der Infektionsquelle ist dem RKI zufolge nicht immer möglich. Die Virusübertragungen können auch von Personen ausgehen, die symptomfrei sind. In den 14 Tagen vor Symptombeginn kann sich ein Patient unter verschiedenen Umständen angesteckt haben. Den Angaben liegen laut RKI lediglich etwa 27 Prozent aller Infektionen zugrunde, die einem konkreten Ausbruchsort zugeordnet werden konnte.

Besonders viele Fälle im Privaten

Das höchste Risiko einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 besteht der Studie zufolge im privaten Rahmen – Privathaushalte und Heime sind besonders stark betroffen. Bei einem Ausbruch zu Hause gab es im Schnitt jeweils 3,2 Infizierte – die Übertragung fand also wohl nur auf weitere Familienmitglieder statt.

In Altenheimen steckten sich bei bei einem Ausbruch im Schnitt fast 19 Personen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr außerdem beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim – im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst, so viele wie nirgends sonst.

Geringes Risiko einer Infektion an der frischen Luft

Weniger gefährdet als erwartet sind jedoch wohl Schulen. Das RKI ordnet ihnen nur 31 Ausbrüche und 150 Infektionen zu. Ebenso wenig spielen Restaurants, Büros und Hotels eine entscheidende Rolle bei der Virusübertragung. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei.

An der frischen Luft ist die Ansteckungsgefahr laut dem RKI verhältnismäßig gering. Es sind keine Ausbrüche in Tierparks oder Zoos und lediglich drei Fälle beim Picknick bekannt. Die indirekte Übertragung durch kontaminierte Oberflächen scheint nach derzeitigem Wissensstand auch nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.

RND/tmo

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