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Heimkehrer erscheinen am Himmel

Wenn es samstags in den Endspurt geht

29.05.2007

Nicht, weil beim Umbau seiner Tochter Sabine (Leiting, 26) oder sonst etwas passiert wäre. Der Himmel ist grau in grau, der Wind kommt aus Norden und dazu leichter Nieselregen - ungünstigstes Wetter für Brieftauben. «Das ist das Schlimmste, was es für die Tauben gibt», meint Peschke weiter wenig zuversichtlich. Heute ist fünfter Preisflug aller Reisevereinigungen (RV) der Fluggemeinschaft Ahaus Süd-Süd-West, also auch für die RV Ottenstein/Stadtlohn/Südlohn und den Oedinger Ortsverein «Siegerlust». Seine mitfiebernden Freunde Hans Marzina aus Burlo sowie der Oedinger Heinrich Lichtendahl können ihm beim spähenden Blick gen Süden nur beipflichten. Da sollen sie nämlich herkommen, die 17 Alttauben, die der Vereinsvorsitzende Peschke am Vorabend in Stadtlohn in den Einsatzwagen gesetzt hat. Der ist wegen der Unwetterfront der vergangenen Tage extra nicht bis zum französischen Metz (mittlere Entfernung 335 Kilometer) gefahren, sondern hat schon bei Trier Halt gemacht, um die so genannten «Rennpferde des kleinen Mannes aufzulassen», wie der Fachmann sagt. Hoffen und bangen heißt es also für die drei Taubenfreunde. Plötzlich, circa 11.40 Uhr ruft Marzina von der Gartenbank: «Werner, da ist eine!» Und tatsächlich, eine kleine Vogelgestalt in der Luft nähert sich schnell, wird immer größer, noch eine Flugschleife und kurzes, wildes Geflatter, Schwupps, schon ist die erste im Schlag. Nummer «374», zeigt die elektronische Registrierung. Wenig später die nächste Taube. Helle Aufregung und Freude bei Peschke: «Wo kam die her?» Prompte Antwort: «Aus Südost!» «Jetzt muss ich telefonieren», ist der 70-jährige Rentner ganz bei der Sache. «Ich habe zwei... In Vreden ist noch nix...Ich habe hier noch keine außer meine eigenen fliegen sehen.» Nach und nach kommt der Rest der gefiederten Hochleistungssportler nach Hause. Allesamt männlich und in freudiger Erwartung ihrer Weibchen sowie der ein oder anderen Erdnuss extra, weiß Tochter Sabine - als Bonbon für die gute Leistung versteht sich. Mildes Gegurre im Heimschlag deutet zumindest auf allgemeine Zufriedenheit, nicht nur bei den Heimkehrern, hin.

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