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Jugendamt für Südlohn?

Südlohn Sollten die Gemeinden Südlohn, Vreden und Stadtlohn auf Dauer nicht nur über die SVS-Versorgungsbetriebe miteinander kooperieren, sondern auch ein Gemeindegrenzen überschreitendes Jugendamt unterhalten?

06.02.2008

Auslöser dafür, dass sich diese Frage jüngst im Haupt- und Finanzausschuss entspann und dann in eine Diskussion über das Für und Wider einer solchen Einrichtung mündete, war der Unmut der UWG über die hohe Jugendamtsumlage.

Fast 1,4 Mio. Euro

Fast 1,4 Millionen Euro muss die Gemeinde 2008 an das Kreisjugendamt abführen, das für 13 Städte und Gemeinden - also für den gesamten Kreis Borken ohne Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau - zuständig ist. 2007 flossen knapp 1,2 Millionen Euro. "Die Jugendamtsumlage ist eine der größten Aufwandspositionen im Etat. Ein eigenes Jugendamt in Kooperation mit anderen Kommunen könnte positive Synergien und Einsparpotenzial bringen", gab Günter Bergup (UWG) zu bedenken.

"Es laufen bereits Gespräche mit Kommunen im Bereich der Baugenehmigungsbehörden", erklärte Bürgermeister Georg Beckmann. Auch hinsichtlich eines eigenen Jugendamtes sei eine Kontaktaufnahme denkbar. Bereits vor mehreren Jahren habe die Gemeinde diesbezügliche Überlegungen angestellt. Doch erst jetzt, wo die Gemeindeordnung für das Land NRW geändert sei, seien auch die rechtlichen Voraussetzungen für einen solchen Schritt gegeben, so Beckmann weiter.

Bedingung sei ohnehin, dass sich Südlohn mit einer oder mehreren Kommunen in einer entsprechenden Größenordnung zusammenschlösse: "Eine größere kommunale Einheit ist nötig, damit das finanziell und personell zu stemmen ist." Als mögliche Partner nannte Beckmann Vreden, Stadtlohn oder auch Gescher.

Aspekte abwägen

Verschiedene Aspekte seien abzuwägen. So gab der Bürgermeister zu bedenken, dass einerseits viele Kosten durch die von der Gemeinde an den Kreis gezahlte Summe gedeckt seien, andererseits die Kommune mit einem eigenen Jugendamt Einfluss auf Projekte nehmen und sich auf solche mit lokalem Bezug konzentrieren könne. In diesem Fall trage die Gemeinde jedoch auch das Risiko, wenn unerwartete Kosten wie teure Heimunterbringungen zu schultern seien, betonte Herbert Schlottbom vom Bürgermeisterbüro.

"Viel abgewinnen" konnte dem Vorschlag der UWG CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Frieling. "Man muss jedoch vorsichtig sein, was einen solchen Schritt angeht. Schließlich ist die Solidargemeinschaft kreisangehöriger Gemeinden dann weg", mahnte er. Annette Bonse-Geuking (CDU) relativierte: "Im Grunde bleiben wir auch mit weniger Kommunen eine Solidargemeinschaft." kh

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