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Lichte Krone für reiche Apfelernte

17.02.2008

Lichte Krone für reiche Apfelernte

<p>Christoph Lünterbusch zeigt auf dem Hof von Timothy Sodman, wie Obstbäume fachgerecht beschnitten werden. Beining</p>

Oeding "Dülmener Rose" - ein Name, der wie Musik klingt und eine der ehrwürdigsten und traditionsreichsten westfälischen Apfelsorten bezeichnet. Dr. Christoph Lünterbusch aus Ottenstein hat an diesem kalten, sonnigen Samstagnachmittag ein Exemplar dieses Edelgewächses mitgebracht. Er trifft sich mit rund 30 ebenso wissbegierigen wie lernwilligen Hobbygärtnern auf dem Hof von Timothy Sodman im Sickinghook, um sie in die Geheimnisse und Feinheiten des Obstbaumschnitts einzuweihen. Seit zehn Jahren findet dieser Kurs der Biologischen Station Zwillbrock hier nun schon mit Christoph Lünterbusch statt, hat der Hofbesitzer ausgerechnet. Und von Mal zu Mal sind es mehr Teilnehmer geworden.

Die "Dülmener Rose" steckt mit ihrem Wurzelballen in einer grauen Mülltüte. Besonders eindrucksvoll sieht sie nicht aus - erinnert eher an eine etwas zu stabil geratene Reitgerte. "Die wird vor dem Pflanzen sowieso zurück geschnitten", sagt Lünterbusch, als die Gesellschaft noch bei der Theorie mit Kaffee und Plätzchen in Sodmanns februarkühler Tenne sitzt.

Berührungsängste haben sie nicht, diese Menschen mit dem "Grünen Daumen": Kaum, dass Christoph Lünterbusch mit seinen Erklärungen loslegt, wie, wann und wo der heimische Apfelbaum am besten zu schneiden sei, wird er auch schon mit konkreten Fragen und Problemen eingedeckt - etwa: "Ich hab meine Birne verschnitten, glaub' ich. Ich hab ein paar Fotos mitgebracht. Könne Sie sich die gleich mal ansehen?" Ein Anderer zitiert einen Spruch, den er mal gehört hat: "Eine Baumkrone muss so viel Luft haben, dass man einen Hut durchwerfen kann. Stimmt das?" Der Experte aus Ottenstein nickt bedächtig: "Da ist was dran..."

Was man auf keinen Fall dürfe, sagt Lünterbusch, sei, den Obstbaum bei Frost schneiden: "Das bekommt ihm gar nicht." Nun ist es an den Besuchern, bedächtig zu nicken.

Eine halbe Stunde später stehen alle im Sodmann'schen Obstgarten und schauen zu, wie Lünterbusch auf einer Leiter steht und einem kleinen Apfelbaum eine stramme Haltung beibringt. Zielsicher greift er ein Ästchen heraus, knipst es direkt am Stamm ab und erklärt, warum: "Hier, der kann weg. Der wächst nach innen und macht dem da drüben Konkurrenz." Licht, Luft und ein tragfähiges Astwerk brauche die Krone. "Dann wird das auch was mit den Äpfeln", macht der Fachmann aus Ottenstein seinen Zuschauern Mut. geo

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