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TÜV für Überflieger

Oeding "Drei Viertel unseres Sports besteht aus Warten." In diesem Urteil sind sich Barbara Seidensticker und Harald Henkel einig. Und hier meinen die beiden Oedinger Ballonfahrer den Begriff "Warten" durchaus im doppelten Sinne.

01.02.2008

TÜV für Überflieger

<p>Alles funktionsfähig? Barbara Seidensticker-Beining (l.), Harald Henkel und Prüfer Arno Siegers und Bärbel Sieger aus Münster achten auf jedes Detail. Beining</p>

Oft genug müssen sie auf vernünftiges Wetter warten, um mit den beiden 3000-Kubikmeter großen Sportgeräten der Ballonsportgruppe Borken, der sie angehören, in die Lüfte aufzusteigen. "Das kann man derzeit sowieso vergessen", urteilt Harald Henkel nüchtern. Dafür bleibt mehr als genug Zeit, um das technische Gerät - Ballonhülle, Korb, Brenner, Funkgeräte und Flaschen - zu warten, um alles in Schuss und auf dem technischen Stand zu halten. "Darum können wir uns im Moment richtig ausgiebig kümmern", sagt Barbara Seidensticker.

Darum ist auch jetzt der richtige Zeitpunkt für die obligatorische jährliche Ballonprüfung. "Das ist eine Art TÜV für unsere Luftfahrzeuge", erklärt sie. Ihren Pilotenschein besitzt sie seit dem Jahr 2000 und hat seither 103 Fahrten absolviert. Harald Henkel, ihr Kollege, fährt seit Anfang 2006 und hat auch schon 40 Fahrten "auf dem Buckel".

Am Samstagmittag trifft sich die Crew der Ballonsportgruppe - acht Fahrer, zwei Fahrerinnen, dazu das Bodenpersonal - am vereinseigenen Flugplatz in Borken-Hoxfeld. Dort sind sie beim Borkener Luftsportverein (LSV) "beheimatet", und dort soll an diesem Tag besagte Jahresprüfung stattfinden. Als Prüfer sind aus Münster Arno und Bärbel Sieger gekommen. Die äußeren Bedingungen - wie üblich an diesen Tagen: gelegentlicher Regen und ein unangenehm kalter Wind. Also findet die Prüfung "im Saale" statt.

Nichts auszusetzen

Man räumt einen großen Flugzeug-Hangar des LSV frei, um die beiden Hüllen nacheinander ausbreiten zu können. Mit dem Kaltluftgebläse werden sie so weit aufgeblasen, dass sie von innen begehbar sind. Und dann beginnt die Überprüfung nach einem strengen Schema. Den unbestechlichen Prüferaugen Arno Siegers entgeht nicht das Geringste. Aber eigentlich hat er nichts auszusetzen. Gelegentlich eine Anregung: "Hier, über dieses Stück Leine könnt Ihr mal einen Schrumpfschlauch ziehen. Dann ist die Stelle nicht so beansprucht." Nach gut zwei Stunden ist er mit beiden Ballons durch, und sein Urteil steht: "Es macht Spaß, bei Euch zu prüfen. Alles bestens!"

Manchmal hat das miese Wetter eben auch seine Vorteile. "Man kann sich noch intensiver um das Material kümmern", sagt Barbara Sei-densticker. "Aber ehrlich gesagt: Wir würden auch schon gern mal wieder in die Lüfte aufsteigen!". geo

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