"Täglich grüßt das Murmeltier" - VfL Bochum hat das Siegen verlernt

2:2 gegen Darmstadt 98

Die Frage, wann dem VfL Bochum der erste Saisonsieg gelingt, bleibt mindestens noch eine Woche unbeantwortet. Auch im dritten Spiel von Trainer Thomas Reis gab es nur eine Punkteteilung.

Bochum

, 29.09.2019, 08:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Täglich grüßt das Murmeltier" - VfL Bochum hat das Siegen verlernt

Zweimal getroffen und trotzdem verägrert: VfL-Stürmer Silvere Ganvoula. © picture alliance/dpa

Viel Freude ist bei den Profis des VfL Bochum derzeit nicht zu spüren, wenn sie ihr Statement zum Spiel abgeben sollen. Zumindest Kapitän Anthony Losilla stellt sich Woche für Woche den Fragen – und macht keinen Hehl daraus, wie frustrierend es ist, sich stets zu wiederholen. „Eigentlich erzähle ich immer das Gleiche“, sagte er nach dem 2:2 gegen Darmstadt im eigenen Stadion – dem vierten Unentschieden im vierten Heimspiel und dem achten Saisonspiel ohne Sieg. Trainer Thomas Reis sah es ähnlich und eröffnete die Pressekonferenz später mit den Worten: „Und täglich grüßt das Murmeltier!“

Der Ausgleich war vorhersehbar

Zwar sind kleinere Verbesserungen unter seiner Leitung durchaus erkennbar, aber die sind schnell Makulatur, wenn das Ergebnis nicht stimmt. In dieser Saison gibt es bislang zwei Muster: Entweder gerät der VfL zunächst deutlich in Rückstand und muss anschließend mit einem Kraftakt um ein Unentschieden kämpfen. Oder es läuft umgekehrt, wie zuletzt in Sandhausen und jetzt auch gegen Darmstadt. Die Bochumer führen zwar, lassen sich aber spätestens ab der 60. Minute in die eigenen Hälfte drängen und betteln regelrecht um den Ausgleich. Als Marcel Heller am Samstag in der 85. Minute den Ausgleich für die Lilien erzielte, war unter den VfL-Fans wohl niemand überrascht.

Dabei war gegen ähnlich schwache Darmstädter theoretisch sogar der erste Saisonsieg möglich. Der VfL verdiente sich die 2:1-Pausenführung, weil Silvere Ganvoula der einzige Bochumer ist, dessen Formkurve schon seit Wochen nach oben zeigt. Zunächst traf der Kongolese nach einem Handspiel vom Elfmeterpunkt, anschließend erzielten die Gäste nach einer Standardsituation das 1:1. Doch noch vor der Pause schnürte Ganvoula den Doppelpack und erzielte seinen sechsten Saisontreffer. Doch Sicherheit brachte dieser Spielstand dem Tabellenvorletzten keineswegs. Trainer Thomas Reis benannte hinterher die Probleme, sprach von fehlender Cleverness, zu wenig Bewegung und Körperlichkeit, vor allem im Mittelfeld.

Soares-Ausfall der Knackpunkt

Speziell die Auswechslung von Danilo Soares, der schon körperlich geschwächt in die Partie gegangen war, machte sich deutlich bemerkbar. Denn weder auf der Linksverteidigerposition noch im defensiven Mittelfeld war der VfL im zweiten Durchgang ordentlich aufgestellt. Vitaly Janelt mühte sich von nun an in der Viererkette. Und Robert Tesche, dafür nun im Mittefeld eingesetzt, hatte große Probleme mit jeder Tempoverschärfung. „Wir können Danilo derzeit nicht ersetzen“, gab Reis später offen zu, dass links in der Viererkette eine brauchbare Option fehlt. Auch den Verantwortlichen scheint damit zu dämmern, dass diese Mannschaft derzeit nur im Optimalfall den Zweitligaansprüchen genügt – wenn überhaupt.

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