Tanz der fliegenden Männer

Internationale Ballettgala

Elf der besten Tänzer der Welt in zehn Ballettnummern - das gibt es in dieser hohen Qualität nur in Dortmund. Die 25. Ballettgala am Samstag im Opernhaus war wieder eine glänzende Saisoneröffnung. Im Parkett schaute auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu. Für eine Tänzerin endete die Gala allerdings im Krankenhaus.

DORTMUND

, 25.09.2016, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Friedemann Vogel vom Stuttgarter Ballett ist ein Ausnahmetänzer. Bei der Gala am Samstag tanzte er mit Alicia Amatriain „Mona Lisa“.

Friedemann Vogel vom Stuttgarter Ballett ist ein Ausnahmetänzer. Bei der Gala am Samstag tanzte er mit Alicia Amatriain „Mona Lisa“.

Ekaterina Kondaurova vom Mariinsky Theater St. Petersburg war in "Scheherazade" umgeknickt und mit Verdacht auf Bänderdehnung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Balanchines "Diamonds" konnte sie mit ihrem Partner Xander Parish im zweiten Teil nicht mehr tanzen.

Aber schon in der Pause hatte Ballettmanager Tobias Ehinger Ersatz für den Sonntag engagiert: Alina Cojocaru reist zu einem Pas-de-trois mit ihrem Partner Johann Kobborg und Friedemann Vogel, live von einem Pianisten begleitet, an.

Moderner Tanz

Einen Modernen-Tanz-Schwerpunkt hatte die Gala, gekrönt wurden so spektakuläre wie artistische Szenen wie die Uraufführung "Porque te fuisteis, Juana" von Miguel Altunaga oder der gewitzte Pas-de-deux "Mona Lisa" von "Sofa"-Choreagraf Itzik Galli mit Friedemann Vogel und Alicia Amatriain von drei großen klassischen Pas-de-deux, die man in dieser Perfektion nur von Weltspitzentänzern sehen kann.

Neben dem leider abgebrochenen "Scheherazade", mit der das Mariinsky-Ballett sein Debüt bei den Galas gab, waren das eine federleicht getanzte "Giselle" von Marius Petipa. Iana Salenko war da als Partnerin von Herman Cornejo eingesprungen, weil sich auch Francesca Hayward beim Training vor der Gala verletzt hatte.

Superstar McRae

Publikumsliebling war wieder Steven McRae, der Superstar vom Royal Ballet London, der mit Iana Salenko als Don Quichotte allen Zweiflern, dass Männer fliegen könnte, den Wind aus den Segeln nahm. Mit einem fulminanten Stepptanz in "I've got rhythm" er tanzte sich McRae weitere Jubelstürme.

Mit solchen Gummibeinen wie der flinke Ire wirbelte aber auch der Kubaner Miguel Altunaga durch seine eigenen Kreationen "Porque" und "Memoria".

Die Ministerpräsidentin wird sich wohl auch über das NRW-Junior-Ballett gefreut haben, denn das tanzte mit Nikita Zdravkovic und Tess Voelker in "Black Swan" wunderbar an der Weltspitze mit. Die Choreografie von Marco Goecke sah so aus, als würden Puppen Tschaikowsky tanzen - sehr originell.

Und das Dortmunder Ballett gab mit einem exklusiven Auszug schon einen Vorgeschmack auf "Faust II" - das Tanzereignis ab dem 29. Oktober.

Jubiläum im Juni

Der moderne Tanz ist artistischer geworden, und manchmal auch nur ein Ballett der Arme und Mimik - auch das sah man in dieser Gala, zum Beispiel von Drew Jacoby, einer sehr kraftvollen Tänzerin vom Royal Ballett Flandern.

Die 25. Gala zum Saisonfinale am 24. und 25. Juni krönt das Dortmunder Ballett mit Live-Musik der Dortmunder Philharmoniker.

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