Theater und Konzerte: Maske bleibt am Sitzplatz drauf

hzNeue Corona-Verfügung

Laut der aktuellen Corona-Verfügung des Landes müssen Besucher der Theater und Konzerthäuser den „Schnutenpulli“ jetzt auch am Sitzplatz tragen. Die Nachricht sorgte für helle Aufregung.

Dortmund

, 13.10.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Besser so als das Haus wieder ganz zu schließen“, seufzte Anna-Lea Knubben vom Musiktheater im Revier, das sich im Corona-Hotspot Gelsenkirchen befindet. Dort tagte am Dienstagnachmittag gerade der städtische Krisenstab inklusive des Gesundheitsamtes, eine Entscheidung wurde noch erwartet.

Doch Entscheidungsspielraum gibt es eigentlich nicht. Hier nicht und woanders auch nicht. Das Gesundheitsministerium NRW hatte am Montag zusätzliche Schutzmaßnahmen angeordnet, zu denen „die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitz- oder Stehplatz“ gehört – und zwar schon bei einer Überschreitung des Inzidenzwertes von 35. Soll heißen: Bisher durfte die Maske am Sitzplatz abgenommen werden. Jetzt muss sie draufbleiben.

Konzerthaus Dortmund informiert per Mail

In dieser Situation steckt zum Beispiel Dortmund, wo das Konzerthaus seine üblichen Pre-Concert-Mails (also Mails vor einem Konzertbesuch) für Donnerstag noch einen Tag zurückgehalten hatte und darin nun auf die Änderung hinweist.

„Die Information erfolgt auch über das Foyer-Team“, betonte Marion Daldrup aus der Presseabteilung des Hauses. Es wird außerdem Durchsagen und Hinweise auf Bildschirmen geben. Daldrup: „Eigentlich müssten wir jeden erreichen.“ Das Konzerthaus Dortmund begrüßt derzeit höchstens 516 von 1550 möglichen Gästen.

Ballet heißt ausgerechnet „Abstand“

Ausgerechnet „Abstand“ heißt das neue Ballett von Xing Peng Wang zum Thema Corona, das am Samstag (17.10.20) im Dortmunder Opernhaus seine Uraufführung feiert. Dort hatte schon Montagabend der geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger die Mitarbeiter informiert.

Für die Zuschauer wird es entweder Durchsagen geben, oder ein Mitglied der Theaterleitung tritt selbst vor den Vorhang. Das Opernhaus belegt derzeit nur 258 von 1170 Plätzen. „Wichtig ist, dass die Menschen sich bei uns sicher fühlen“, so Sprecher Alexander Kalouti.

Schauspielhaus Bochum ist ebenfalls betroffen

Ebenfalls über 35 liegt die Stadt Bochum, für das dortige Schauspielhaus gilt ab sofort ebenfalls die Maskenpflicht am Platz. „Die Besucher werden bei uns sowieso sorgfältig betreut“, sagte Sprecher Alexander Kruse.

Das Einlassteam werde zusätzlich auf die Neuerung hinweisen, zudem will das Schauspielhaus Schilder aufstellen. Einen Sonderfall gibt es auch. „Beim Stück ,Die Befristeten‘ mussten die Zuschauer schon vorher die Maske aufbehalten, weil das Ensemble im Publikum spielt“, berichtete Kruse.

Richtig schwer trifft es die Hotspots

Richtig schwer trifft es die Städte, die über einem Inzidenzwert von 50 liegen. Dort gilt nicht nur die Maskenpflicht am Platz, sondern die Bühnen müssen auch die Zahl der Besucher von 35 auf 20 Prozent der Plätze herunterfahren. In Gelsenkirchen „freute“ sich Sprecherin Knubben absurderweise darüber, dass eine Vorstellung am Freitag nicht ausverkauft ist: „Damit müssen wir immerhin niemandem absagen.“

Die Hotspot-Stadt Hagen hat schon am Mittwoch letzter Woche reagiert, dort gilt die Maskenpflicht schon längst.

Essen hat noch Galgenfrist bis Samstag

In der Theatern und der Philharmonie der Stadt Essen, ebenfalls ein Hotspot, wird die Verfügung der Stadt noch erwartet. „Sie wird aber in den nächsten Tagen kommen“, so Sprecher Christoph Dittmann. Auch dort wird erst am Samstag wieder gespielt – eine kleine Galgenfrist, um die neuen Vorschriften umzusetzen.

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